1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Hamburg: „Köln steigt zu 100 Prozent wieder auf”

Hamburg : „Köln steigt zu 100 Prozent wieder auf”

Wozu denn die Glückwünsche? Lukas Sinkiewicz konnte die lobenden Worte über ihn und die vielen Schulterklopfer nach seinen 90 ersten Minuten in der Fußball-Bundesliga nicht ganz nachvollziehen.

Das Gesicht des 18-Jährigen drückte einzig Enttäuschung aus, so wie es bei einem Mannschaftssportler nach einer Niederlage sein muss. Der Debütant mit der Rückennummer 27 fand zwar auch „dass ich ganz gut gespielt habe. Aber was nützt es, wir haben verloren. Und beim 1:2 durch Barbarez bin ich zu spät gekommen.”

Dass es unter dem Strich für den 1. FC Köln auch beim Hamburger SV nicht zu einem dreifachen Punktgewinn reichte, sondern beim Schlusspfiff ein 4:2 (1:1) für die Hausherren auf der Anzeigetafel aufleuchtete, muss sich der U-19-Nationalspieler jedoch kaum anrechnen lassen. Eher schon seine erfahreneren Kollegen.

Bereits nach zehn Sekunden gewann Lukas, der II., sein erstes Duell gegen Romeo. Am Ende wies ihn die Statistik so gar als zweikampfstärksten FC-Spieler (62 Prozent) mit den meisten Kölner Ballkontakten (58) aus. Ein bemerkenswerter Einstand. „Lukas hat seine Aufgabe sehr gut gelöst. Ich bin zufrieden”, lobte denn auch Trainer Marcel Koller.

Gute Kritiken kassiert der andere 18-jährige Lukas der Geißböcke seit Wochen. „Das ist ein Jahrhundert-Talent”, lobte HSV-Cheftrainer Klaus Toppmöller den A-Jugendlichen. Durch seinen Treffer zum 1:1 (44.) mit seinem „schwachen” rechten Fuß, nachdem er Björn Schlicke im Stile eines Routiniers abgeschüttelt hatte, setzte der Angreifer das nächste Ausrufezeichen. Ein weiteres, was die Leid geprüften rot-weißen Fans mehr freuen wird, war sein neuerliches Bekenntnis: „Ich bleibe zu hundert Prozent in Köln. Und Köln steigt zu hundert Prozent wieder auf.”

Doch bei aller Zukunfts-Euphorie darf die Gegenwart nicht außer Acht gelassen werden - und die sieht bekanntlich trist und trostlos aus. Daran können auch die erfreulichen Auftritte von Lukas & Lukas nichts ändern. Denn letztendlich war es auf dem Rasen wie immer: Vorne versemmelten Florian Kringe & Co. die sich bietenden Chancen - und im Defensivverhalten ließen sich die Gäste durch Doppelpässe und Flankenwechsel leichtfertig aus ihrem taktischen Konzept bringen, wobei vor allem Vladan Grujic einen rabenschwachen Tag erwischt hatte.

„Das war ärgerlich, wie wir zu Beginn der zweiten Halbzeit gespielt haben”, resümierte Koller, dem die Analysen zum Spiel seiner Elf längst gehörig auf den Keks gehen dürften. Andererseits, wenn es jetzt nicht klappt, warum soll in der kommenden Saison automatisch alles besser werden? Nur weil man dann eine Etage tiefer antritt? Zwei hochmotivierte 18-Jährige allein reichen - wie gesehen - nicht.