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Köln: Köln für Daum ein großer Irrtum?

Köln : Köln für Daum ein großer Irrtum?

Als das Volk in der Südkurve nach dem zweiten Treffer für die „aufstiegsbedrohten” Gäste aus Fürth den Berufsfußballern „ihres” 1. FC Köln lauthals ein „Oh, wie ist das schön” entgegen schmetterten, nahm Christoph Daum das mit versteinerter Miene zur Kenntnis. Und auch Präsident Wolfgang Overath und Manager Michael Meier saßen mit leeren Blicken auf der Tribüne.

Andreasen (22.) und Cidimar (80.) hatten mit ihren Toren vor allem den Kölner Cheftrainer schwer getroffen.

In der Welt dieses 1. FC Köln stimmt gar nichts mehr. Da eiern so genannte Berufsfußballer 90 Minuten lang orientierungslos über die Wiese, als suchten sie irgendwelche Bäume, hinter denen sie sich verstecken können.

Dieses 0:2 gegen Fürth, das sich mit Duisburg punktgleich Rang 4 teilt, hat im Innersten des vor wenigen Monaten als „Heilsbringer” gefeierten Christoph Daum offenkundig einen Denkprozess angekurbelt. An dessen Ende könnte nach dem letzten Spieltag die Erkenntnis des erfolgsverwöhnten Chefausbilders stehen: „Ich habe mich geirrt und gehe wieder.”

All das, was der 53-Jährige nach der Partie an Gedanken formulierte, klang nach schierer Resignation. Es klang, als gebe es keinerlei Hoffnung, aus diesen Fußballern eine Mannschaft zu formen, die nächste Saison auch nur an einem Aufstiegsplatz schnuppern könnte. „Mir fällt hier nicht mehr viel ein. Ich habe meine Bedenken, ob die Qualität dieser Mannschaft zu verbessern ist. Darüber werde ich mit dem Vorstand sprechen”, kündigte Daum an.

Und stellte den Profis nach der einmal mehr erschreckend unterirdischen Leistung ein vernichtendes Zeugnis aus: „Mit den weltbesten Trainern Benitez, Wenger, Mourinho oder Hitzfeld würde das hier auch nicht besser.” Was Daum sich verkniff, war die finale Bemerkung zu dieser Erkenntnis. Er sagte nicht: „Was also soll ich eigentlich noch hier?”

In Klausur werde er für sich alleine gehen, „eine Auszeit nehmen”, kündigte er für diese Woche an, „um nach meiner emotionalen Entscheidung für den 1. FC Köln die Dinge sachlicher und pragmatischer anzugehen”. Das hörte sich alles schlimm an. Auch wie eine Ohrfeige für den Vorstand und speziell Manager Michael Meier, der den Kader in den letzten Jahren so zusammengestellt hat, wie er sich heute präsentiert: untauglich!

„Ich bin hierher gekommen, um dem FC zu helfen. Momentan kann ich aber nicht feststellen, dass dies funktioniert”, will sich Daum „den Terminkalender etwas freischaufeln und für Dienstag und Mittwoch versuchen, mir etwas Freiraum zu schaffen”.

Das Din-A4-Blatt mit der Spielstatistik hatte der Trainer längst beiseite gelegt. Da stand unter anderem: „Gewonnen Zweikämpfe am Ball: Köln 38 Prozent, Fürth 62 Prozent.” Kein Grund zu irgendeiner Hoffnung...