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Mailand: „Katastrophe”: Italien verpasst Fußball-WM

Mailand : „Katastrophe”: Italien verpasst Fußball-WM

Nach dem bitteren WM-Aus flossen bei Torwartlegende Gianluigi Buffon die Tränen - später verkündete der 39-Jährige seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Das erstmalige Verpassen einer Fußball-Weltmeisterschaft seit 60 Jahren hat die Squadra Azzura tief getroffen.

Der viermalige Titelträger fehlt 2018 in Russland, nachdem es im Playoff-Rückspiel gegen Schweden am Montag trotz drückender Überlegenheit nur zu einem 0:0 reichte. Im Hinspiel in der Qualifikation hatte es in Stockholm ein 0:1 gegeben. 1958 fand bislang letztmals eine Weltmeisterschaft ohne Italien statt.

Schwedens Mannschaft kann ihr Glück kaum fassen: WM-Teilnahme.
Schwedens Mannschaft kann ihr Glück kaum fassen: WM-Teilnahme. Foto: Antonio Calanni

Buffon gestand im italienischen Fernsehen, es sei schlimm, dass seine Karriere so ende. Der Agentur Ansa bestätigte er dann, das Spiel sei seine letzte Partie im Trikot der Squadra Azzurra gewesen. „Es tut mir nicht für mich persönlich leid, sondern für die ganze Mannschaft und das ganze Land. Wir haben etwas verpasst, dass auf so verschiedenen Ebenen viel bedeutet hätte”, sagte der 39-jährige Buffon, der nicht zu seiner sechsten WM fahren wird. „Aber wir sind stolz und stark. Wir werden versuchen, uns davon zu erholen, wie wir das immer gemacht haben.” Für ganz Italien sei das Fehlen bei der WM eine „Katastrophe”, meinte Buffon, der auch im TV-Interview weinte.

Italiens Ciro Immobile (l) kommt zum Schuss aufs schwedische Tor, trifft aber nicht.
Italiens Ciro Immobile (l) kommt zum Schuss aufs schwedische Tor, trifft aber nicht. Foto: Antonio Calanni

Die äußerst passiv agierenden Schweden lösten in Mailand hingegen zum zwölften Mal das WM-Ticket und sind nach zuletzt zwei gescheiterten Versuchen erstmals seit 2006 wieder dabei. Vor elf Jahren waren die Skandinavier im Achtelfinale an Gastgeber Deutschland gescheitert. Schweden steht als 29. von 32 WM-Teilnehmern fest und feierte den unerwarteten Erfolg mit einer blau-gelben Jubeltraube auf dem Rasen.

Der Schwede Ludwig Augustinsson wird, nachdem er sich ohne gegnerische Einwirkung verletzt hat, vom Platz getragen.
Der Schwede Ludwig Augustinsson wird, nachdem er sich ohne gegnerische Einwirkung verletzt hat, vom Platz getragen. Foto: Luca Bruno

Bei hitziger Atmosphäre im legendären San Siro übernahmen die Gastgeber von Trainer Gian Piero Ventura schnell die Initiative und drängten auch ohne den gelbgesperrten Spielmacher Marco Verratti auf den frühen Führungstreffer. Der Ex-Dortmunder Ciro Immobile war einer der Aktivposten, vergab jedoch seine besten Möglichkeiten (40. Minute/64.). Auch seine Kollegen machten es nicht besser, bis zur Pause reichte es trotz klarer Vorteile beim Ballbesitz nicht zum Treffer.

Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zeigt Schwedens Emil Forsberg nach Meckern die gelbe Karte.
Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zeigt Schwedens Emil Forsberg nach Meckern die gelbe Karte. Foto: Antonio Calanni

Die Schweden kamen hingegen nur sehr selten aus der eigenen Hälfte heraus und mussten früh einen Schock verkraften. Mittelfeldspieler Jakob Johansson, Siegtorschütze im Hinspiel, wurde nach 19 Minuten ausgewechselt, nachdem er sich ohne Fremdeinwirkung verletzt hatte.

Die Italiener haben sich in Zweikämpfen gegen Schweden aufgerieben, aber nichts erreicht; Ludwig Augustinsson (r) und der Italiener Marco Parolo im Duell.
Die Italiener haben sich in Zweikämpfen gegen Schweden aufgerieben, aber nichts erreicht; Ludwig Augustinsson (r) und der Italiener Marco Parolo im Duell. Foto: Antonio Calanni

Nach einer halben Stunde hatten die Azzurri Glück, als Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (Spanien) ein Handspiel von Andrea Barzagli im Strafraum übersah. Emil Forsberg von RB Leipzig beschwerte sich und sah die Gelbe Karte.

Italiens Giorgio Chiellini hadert mit dem Aus in den Playoffs der WM-Qualifikation.
Italiens Giorgio Chiellini hadert mit dem Aus in den Playoffs der WM-Qualifikation. Foto: Luca Bruno

Trotz eines Nasenbeinbruchs stand Leonardo Bonucci bei den Italienern in der Abwehr und trieb das Spiel an. Während sich die Gäste immer mehr zurückzogen und überhaupt nichts mehr für die Offensive taten, scheiterten Giorgio Chiellini (58.) sowie Stephan El Shaarawy (87.) und ließen die Tifosi jeweils raunen. In der Schlussphase standen alle Italiener inklusive Buffon in der gegnerischen Hälfte und drängten auf das ersehnte Tor - auch das brachte nicht den erhofften Erfolg.

Italiens Trainer Gian Piero Ventura versteht die Welt nicht mehr - eine WM ohne Italien!
Italiens Trainer Gian Piero Ventura versteht die Welt nicht mehr - eine WM ohne Italien! Foto: Luca Bruno

Italien hat bislang an 18 Weltmeisterschaften teilgenommen und - wie Deutschland - vier Mal den Titel geholt, zuletzt 2006. In der Qualifikation für Russland reichte es in der Gruppenphase hinter Spanien in den vergangenen Monaten nur zum zweiten Platz. Gegen die Iberer setzte es im September ein 0:3.

(dpa)