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Nürnberg/Stuttgart: Jung, erfolgreich, verschieden: Heldt und Bader mischen Szene auf

Nürnberg/Stuttgart : Jung, erfolgreich, verschieden: Heldt und Bader mischen Szene auf

Jung, erfolgreich, grundverschieden: Praktisch im Gleichschritt haben die Manager der DFB-Pokal-Finalisten VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg die Bundesliga-Szene aufgemischt. Doch der Weg zum Erfolg hätte für die Frischlinge Martin Bader und Horst Heldt unterschiedlicher nicht sein können.

Heldt war fast 20 Jahre lang als Profi ein Begriff im deutschen Fußball, 359 Bundesliga-Spiele absolvierte der frühere Nationalspieler. „Club” - Manager Bader fehlen dagegen die Weihen einer Profi-Laufbahn, doch als Nachteil sieht der studierte Diplom- Sportökonom dies nicht. „Man kann in dem Job arbeiten, ohne die kurze Hose angehabt zu haben”, sagt er.

Mit den Höhenflügen ihrer Vereine haben der Rheinländer Heldt und der ausgerechnet aus Schwaben stammende Bader ( „Ich bin VfB-Fan. Doch bei zwei Spielen pro Jahr gilt dies nicht, in diesem Jahr sogar bei drei” ) längst alle Kritiker verstummen lassen.

Bei seinem Wechsel vom grünen Rasen an den VfB-Schreibtisch war Heldt Anfang 2006 noch als Lehrling verspottet worden. Doch spätestens mit dem Rauswurf von Giovanni Trapattoni und dem Engagement des nun als Meister-Coach gefeierten Armin Veh drückte der gelernte Kfz-Mechaniker dem schwäbischen Traditionsclub seinen Stempel auf. „Ich habe das nicht getan, um Profil zu gewinnen”, erklärt der 37-Jährige den Umbau beim VfB. „Ich habe Entscheidungen in erster Linie getroffen, weil ich davon überzeugt gewesen bin, dass das richtig für den Verein und die Mannschaft ist.”

Schon zwei Jahre länger ist der 39 Jahre alte Bader in Manager- Diensten, und auch der „Club” -Sportdirektor, der sein Handwerk sechs Jahre lang bei Hertha-Manager Dieter Hoeneß lernte, bestand seine Feuertaufe mit Bravour. Als Nürnberg im Herbst 2005 scheinbar aussichtslos am Bundesliga-Tabellenende stand und der glücklose Trainer Wolfgang Wolf angesichts des wieder einmal drohenden Abstiegs gefeuert wurde, schlug Baders Stunde.

Nach einigem Hin und Her wurde auf sein Betreiben Frührentner Hans Meyer geholt - und unter „Hans im Glück” blühen beim einstigen „Fahrstuhl-Club” inzwischen die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. „Das war meine Bewährungsprobe”, erinnert sich Bader, „wenn das schief gegangen wäre, wäre ich hier nur eine Randnotiz gewesen.”

Bader redet über seine Fußball-Welt ohne Punkt und Komma, sucht ständig nach neuen Wegen und möglichen Verbesserungen beim neunmaligen deutschen Meister. Die große mediale Bühne überlässt er aber meist seinem Tandem-Partner Meyer: „Er ist der Frontmann, ich mache hinter ihm die Drecksarbeit.” Rheinländer Heldt dagegen frotzelt in aller Öffentlichkeit mit Trainer Veh und wird so zum auch außen wahrnehmbaren Teil der Stuttgarter Spaß-Truppe. „Ich wäre gern Spieler bei Armin”, sagte Heldt einmal - und bekam ob seines sich abzeichnenden Bauchansatzes die passende Antwort von Veh: „Das hast Du auch nötig.”

Doch bei allen erfrischenden Slapstick-Einlagen ist Heldt ein geradliniger Arbeiter, der wie Bader den Erfolg im Team sucht. „Jeder hat sich nicht so wichtig genommen”, blickt der VfB-Manager auf das Meisterjahr zurück. „Ich denke, das ist auch ein Schlüssel zum Erfolg.” Ganz allein ist Heldt aber bei seinem großen Hobby: „Beim Malen vergisst Du alles um dich herum. Das hilft auch nach einem schlechten Spiel.” Aufs Grün zieht es dagegen Bader zur Entspannung: „Ich gehe morgens um sieben Uhr auf den Golfplatz und mache neun Löcher.”