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Aachen: „Jürgen Klinsmann ein Tor weggewunken”

Aachen : „Jürgen Klinsmann ein Tor weggewunken”

Jürgen Klinsmanns Blick verriet blankes Entsetzen. „Klinsi” war schon jubelnd abgedreht, hatte die Arme ausgebreitet, als wollte er alle Bayern-Fans dieser Welt oder wenigstens der Fankurve auf einmal umarmen. Dann sah er ihn. Christian Schräer. Der stand an der Seitenlinie, schaute freundlich aber bestimmt und hatte die Fahne gehoben. Abseits!

„Ich habe Jürgen Klinsmann damals ein Tor weggewunken”, sagt Christian Schräer heute. Er erinnert sich, dass er für einen Moment die Konzentration verloren hatte, dann aufschreckte als „der Klinsmann” als Angreifer von Bayern München so mutterseelenallein vor dem Tor auftauchte. Das musste abseits sein, habe er gedacht. Heute weiß er, es war keines.

Doch Christian Schräer kann damit leben. „Vor Fehler ist keiner gefeit”, sagt der Finanzbeamte aus Emsdetten. Entscheidend sei der Umgang mit diesen Fehlern. Schräer ergründet immer, warum er diese Abseitsstellung nicht gesehen oder jenes Handspiel falsch geahndet hat. Hat er falsch gestanden? War er nicht konzentriert? Oder hatte er gar keine Chance die Situation richtig zu bewerten? Fehler passieren eben. Doch bei Schräer sind sie selten wie Vize-Meisterschaften des FC Bayern München. Deswegen wurde Christian Schräer mit Jan Hendrik Salver und seinem „Chef”, Schiedsrichter Dr. Markus Merk, für die Fußball-Weltmeisterschaft nominiert. Man mag sogar behaupten die drei haben größere Chancen auf das WM-Finale als die Klinsmänner.

Der Schiedsrichterassistent in Christian Schräer spricht von einer tollen Sache. Der Fußballfan ihm würde zugunsten des Erfolgs der deutschen Elf darauf aber bereitwillig verzichten. „Dafür habe ich zu viel Nationalstolz. Es wäre doch toll, wenn Deutschland ins Finale käme.”