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Aachen: Jörg Schmadtke: „Es ist eine neue Situation entstanden”

Aachen : Jörg Schmadtke: „Es ist eine neue Situation entstanden”

Der Sportdirektor ist in diesen Tagen wieder präsenter in der Öffentlichkeit, und die Ansprache ans Team nach der Pokal-Blamage in Wiesbaden hat mit dem 1:0 gegen den SC Freiburg zeitnah gefruchtet. Ende Juni nächsten Jahres läuft der Vertrag von Jörg Schmadtke bei Alemannia Aachen aus - und der 44-Jährige kann sich vorstellen, darüber hinaus am Tivoli zu arbeiten. Das sah lange Zeit nicht so aus.

Herr Schmadtke, rund um das Spiel am Sonntag gegen Freiburg gab es Irritationen um eine Sitzung des Aufsichtsrats und eine Trainer-Diskussion.

Schmadtke: Ich weiß nicht, woher diese Gerüchte aufgekommen sind. Ich glaube, der Sport war bei dieser Zusammenkunft gar kein Thema. Und ich gehe davon aus, dass ich dabei bin, wenn es um sportliche Dinge geht. So war es bisher immer.

Noch im Frühjahr wollten Sie von Bord gehen...

Schmadtke: Wir hatten eine Sitzung mit den Gremien, und ich habe das Vertrauen nicht mehr gespürt. Also habe ich signalisiert: „Lasst uns reden, ich bin für alles offen.”

Sie haben sich nicht auf eine Vertragsauflösung verständigen können, weil der Verein keine Abfindung zahlen wollte. Die Trennung wird es dann wohl im Sommer geben?

Schmadtke: Es ist eine neue Situation entstanden. Ich habe monatelang sehr intensiv mit dem Trainer an einer neuen Mannschaft gebastelt. Der Aufbau dieser Mannschaft ist langfristig angelegt. Ich bin hochmotiviert.

Das klingt nicht mehr danach, dass Sie einen Abschied anstreben.

Schmadtke: Ich bin für Vertragsgespräche ohne Wenn und Aber offen. Und ich schließe keineswegs mehr aus, auch nach dem 30. Juni 2009 für Alemannia zu arbeiten.

Sie haben fehlendes Vertrauen als Grund für Ihre Pläne angegeben. Hat sich die Arbeitsgrundlage denn verbessert?

Schmadtke: Zumindest kann ich in völliger Ruhe und Gelassenheit arbeiten. Ich habe nicht den Eindruck, dass Barrieren aufgebaut werden. Ich spüre keine Disharmonie.

Macht es nicht Sinn, dass die Personalie Manager spätestens zu Beginn der Rückrunde geklärt ist, damit der neue oder der alte Mann die Weichen stellen kann?

Schmadtke: Leichter wäre das in jedem Fall. Ich bin prinzipiell aber so veranlagt, dass ich eine Sache von A bis Z zu Ende bringe, und würde mich bis zum letzten Tag einbringen, wenn ich aufhören würde. Aber es wäre schon komisch, wenn sich die Wege trennen und ich wäre noch da, wenn die Saisonvorbereitung ansteht.

Empfangen Sie Signale von Vorstand oder Geschäftsführung?

Schmadtke: Nein, ich sitze jeden Freitag mit Frithjof Kraemer zusammen, und wir sind uns natürlich einig, dass wir reden müssen. Aber es gibt keinen Termin. Es geht nur um eine Frage: Welche Aufgaben stehen an, wer kann sie erfüllen, kommt es zur Übereinstimmung oder nicht?

Spielt das sentimentale Motiv bei Ihrem Meinungsumschwung eine Rolle?

Schmadtke: Wie ist das gemeint?

Im nächsten Sommer schließt sich ein Kreis. Sie haben vor sieben Jahren in Aachen angefangen, als die Sammelbüchse kreiste. Mitte 2009 wird dann ein Stadion eröffnet, das maßgeblich durch Ihre Arbeit ermöglicht wurde.

Schmadtke: Nein, so verstehe ich die Sache nicht. Ich empfinde zwar große Zufriedenheit, dass das Stadion kommt. Aber es haben viele Menschen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Beiträge geleistet, um dieses Stadion zu realisieren. Das Stadion ist ein Gemeinschaftsprojekt der gesamten Alemannia Aachen GmbH.