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Mönchengladbach: Jantschke in der Gladbacher „Wundertüte”

Mönchengladbach : Jantschke in der Gladbacher „Wundertüte”

Und es hat doch wieder eine Woche mit Training für die Mönchengladbacher Profis gegeben. Dabei hatte doch Hans Meyer nach dem 1:3 gegen Cottbus konsterniert festgestellt, dass die (guten) Eindrücke der Vorbereitung aber auch gar nichts mit der gezeigten Leistung zu tun hatten.

Von einer „Wundertüte” spricht der neue/alte Borussen-Coach. Und wenn es im Fußball eine Logik gäbe, könnte er nur zufrieden sein, wenn seine Profis vor dem anstehenden Heimspiel am Samstag gegen Bayer Leverkusen aber auch so richtig besch.. trainiert hätten.

Die grauenhafte Vorstellung aus der ersten Halbzeit gegen die Lausitzer sitzt tief. Und wirkt auch beim 66-Jährigen noch nach. Gefragt nach den Besserungs-Aussichten für die neue Aufgabe, knurrte Meyer nur: „Wenn man die erste Halbzeit gegen Cottbus zugrunde legt, besteht keine Hoffnung. Auf gar nichts.”

Auseinandergespielt, blamiert, düpiert worden von einer traditionellen Abstiegskampf-Mannschaft - und nun kommt ausgerechnet ein Gegner daher, von dem Meyer sagt: „Das ist die Mannschaft mit der erfreulichsten Entwicklung.” Der Gegenentwurf zur eigenen - könnten Zyniker anmerken. Das eigene Team eine Wundertüte, aber dass Bayer die Gladbacher so überraschen wird, wie es den Cottbusern geschafft haben, ist unwahrscheinlich. Der Ostklub presste und dominierte die Heimmannschaft, anstatt wie erwartet und auch befürchtet sich hinten einzuigeln.

Die sportlichen Besucher von der Baustelle BayArena müssten demnach gewaltig Beton anrühren. Denn vom Naturell der Mannschaft her sind die Leverkusens Wilde Stürmer und Dränger. „Sie spielen herzerfrischend nach vorn, mit viel Laufbereitschaft”, schnalzt der Borussen-Trainer mit der Zunge. Und spart nicht mit Lob für den noch jungen und frischen Kollegen: „Es ist auffällig, wie Patrick Helmes eingeschlagen hat. Bruno Labbadia scheint ein glückliches Händchen beim Einbauen der Jungen zu besitzen.”

Und der Bayer-Trainer wird deshalb auch nicht seinen Jung-Profis das Stürmen am Samstag verbieten.

Eine interessante Konstellation, wenn man bedenkt, dass Borussias Schwierigkeiten eben in der Defensiv-Arbeit besteht. Was also haben die Gladbacher, die schon gegen Cottbus 45 Minuten lang völlig orientierungslos und überfordert wirkten, der Angriffswucht der Gäste entgegenzusetzen? Ingwer Callsen-Bracker auf jeden Fall noch nicht. Der Innenverteidiger hätte zu gerne ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Klub sein Comeback gefeiert. Aber das ist für Hans Meyer noch zu früh. „Er soll noch mal in der U23 spielen.” Dort bot er beim 1:0 über Mainz bereits über 60 Minuten lang eine gute Vorstellung - als Sechser. Doch noch fehlen ihm und noch mehr seinem Kollegen und Abo-Verletzten Sebastian Schachten, der ebenfalls in der Zweiten Mannschaft eingesetzt werden soll, Spielpraxis.

So ist Meyer auf das Personal angewiesen, das ihm auch schon vor einer Woche zur Verfügung stand. Dabei hatte in der „besseren Hälfte” ein junger Mann namens Toni Jantschke seinen Beitrag dazu geleistet, dass sich das Dargebotene Richtung Fußball entwickelte. Das Borussen-Nesthäkchen erhielt deshalb schon vor einer Woche die Lizenz zum Wiederkommen. „Er ist kein Risiko”, befand sein Trainer zum anstehen ersten Einsatz des gebürtigen Hoyerswerdaer.

Bei den zuletzt gezeigten Leistungen ist es nicht besonders Schlagzeilen trächtig, aber gegen die so jung und frisch nicht nur wirkenden, sondern auch spielenden Leverkusener wird der 18-Jährige die Bubi-Riege um Marko Marin (19), Alexander Baumjohann (21) und Michael Bradley (21) erweitern. Der Gladbacher Jungbrunnen, wesentlich mitgestaltet vom heutigen Sportdirektor Max Eberl, sprudelt. Fehlen nur noch die Routiniers, an denen sich die Frischlinge orientieren können.