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Mönchengladbach: „Innerlich hat es schon mal gebrodelt”

Mönchengladbach : „Innerlich hat es schon mal gebrodelt”

Es gibt genug Indizien, dass Eugen Polanski, 19, am Beginn einer viel versprechenden Karriere steht. Einer verdammt viel versprechenden.

Samstag gegen Leverkusen wird Polanski wieder Gladbachs offensiver Mittelfeldmann sein - „der Zehner”. Kein Spielgestalter im Sinne eines Günter Netzer, sondern ein quirliger, aggressiver „Wusel” mit Mumm. Eugen Polanski ist zweikampfstark, beidfüßig, torgefährlich. Oder, wie Horst Wohlers sagt: „Er kann alles.”

Bei Wohlers, in Borussias Oberliga-Mannschaft, hat Polanski lange genug gespielt. Zu lange? „Es hat innerlich schon mal gebrodelt”, gibt der in Polen geborene Polanski zu, „man fängt an zu grübeln” und fragt sich: „Warum spiele ich nicht in der Ersten?” Die Frage hat er auch Horst Köppel gestellt, der oft genug das Loblied auf den Blondschopf gesungen, ihn aber so gut wie gar nicht eingesetzt hat.

Er wirke überspielt, fand der Cheftrainer. Polanski sah das natürlich anders zu diesem Zeitpunkt, denn nach seiner vorzüglich gespielten U19-EM in Nordirland im Sommer hatte er Großes vor. „Ich hab schon gedacht, dass ich jetzt meine Einsätze bekomme.” Bekam er aber nicht. Und sagt heute: „Vielleicht hatte der Trainer ja recht. Ich bin jetzt fitter.”

Eugen Polanski wirkt älter als 19, was mit seinen Erfahrungen auf dem Fußballplatz zu tun hat. Stets hat er in der Jugend bei den älteren Jahrgängen mitgespielt, stets war er einer der Besten, stets standen ihm die Gegenspieler auf den Füßen. Das förderte das Durchsetzungsvermögen auf dem Platz.

Leistungsträger auf, Verantwortungsträger neben dem Platz. Polanski, der mit drei Jahren nach Deutschland kam, hat es nie gescheut, Verantwortung zu übernehmen. Konsequenz: In sämtlichen DFB-Nationalteams trug Polanski, dessen Vater ein sehr guter Amateurfußballer war, die Kapitänsbinde. „Da entwickelst du dich als Mensch schneller.”

Als Fußballer ist er schon fast ausgereift. Dick Advocaat geriet bei seinem kurzen Gladbach-Gastspiel ins Schwärmen über die Fähigkeiten des Youngsters, den Dieter Eilts auch ohne die Bühne Bundesliga schon in die U21-Nationalelf berufen hat.

Auch dank des Papas, der bestimmt, aber ohne Druck den Sohnemann aufgebaut hat. Und ihm das Einmaleins des Fußballspiels beibrachte, wenn klein Eugen mal wieder nur aufs Tor schießen wollte. „Was willst du aufs Tor schießen, wenn du den Ball nicht annehmen kannst?”