Aachen: Hyballas Traum: Im feinen Zwirn schlafen

Aachen: Hyballas Traum: Im feinen Zwirn schlafen

Michael Weiner ist kraft seines Amtes zu Neutralität verpflichtet. Nun kann man nicht behaupten, dass der 41-Jährige im DFB-Pokal ein Unglücksbringer für Alemannia ist.

Weiner war an der Pfeife, als Aachen den FC Bayern vor knapp sieben Jahren erstmals aus dem Wettbewerb kippte, und er leitete noch kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres das Achtelfinale gegen Eintracht Frankfurt. Am Mittwochabend kehrt der Schiedsrichter an den Tivoli zurück.

Es herrscht Festtagsstimmung an der Krefelder Straße, doch Peter Hyballa wird sich auch diesmal nicht in Schale werfen. „Wenn wir allerdings gewinnen sollten, dann schlafe ich in meinem feinen Anzug - und in Bayern-Bettwäsche”, sagt der Alemannia-Coach.

Am Dienstagvormittag wurde „kurz und knackig” trainiert, Ballbesitz, Umkehrspiel, Standards, Defensivverhalten gegen Bayerns „breite Aufstellung”. Es war ein sehr lautes Coaching, weil Hyballa vermutet, dass die Kulisse am Spieltag selbst die schärfsten Kommandos schlucken wird. Die Hoffnung, Kevin Kratz (Magen-Darm-Grippe) fitzubekommen für die Startaufstellung, erfüllte sich nicht. „Wir haben ein paar Infusionen in ihn reingeschossen, Kevin hat auch mittrainiert. Aber er geht angeschlagen rein in den Abend” und sitzt auf der Ersatzbank.

So beginnt dieselbe Elf wie am Samstag beim 4:2 gegen Karlsruhe. Achenbach gegen Robben, Demai gegen Müller, Junglas gegen Schweinsteiger - „natürlich sind alle elf Bayern qualitativ besser als unsere elf”, sagt Hyballa. „Aber wir bereiten die Jungs so vor, dass sie durch dieses kleine Mauseloch schlüpfen können, um dem großen Kater mal eine Falle zu stellen. Dieses Mauseloch haben sie ja auch gegen Frankfurt gefunden.” Außerdem sei noch die Frage, „ob Bayern das Spiel annimmt”.

Um 10 Uhr kommt die Mannschaft am Mittwoch zusammen, es wird ein langer Tag. Muss ein Trainer überhaupt noch was sagen, wenn der Gegner FC Bayern heißt? Peter Hyballa meint: „Ja. Es ist nicht so, dass du in der Kabine nur ,Tschakka-Tschakka´ machst.” Der Kader wirke konzentriert, ruhig, „aber du spürst eine gewisse Anspannung”. Alles wie immer, wenn es gegen die Bayern geht...

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