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Köln: Huub Stevens "hat ein gutes Gefühl"

Köln : Huub Stevens "hat ein gutes Gefühl"

Wolfgang Overath hatte schon vor seiner Wahl zum Präsidenten des 1. FC Köln die Richtung bestimmt. „Wir wollen eine junge Mannschaft aufbauen, die in wenigen Jahren wieder zu den Spitzenklubs in Deutschland zählt”, formulierte der neue „Ober-Geißbock” sein Ziel.

Und lieferte den Namen des Mannes nach, der die Vorgabe umsetzen soll: Huub Stevens, der neue Trainer des Bundesliga-Absteigers. „Das ist ein Arbeiter, der auch mal dazwischen haut und das nötige Feuer hat”, beschrieb Overath, was ihm an dem 50-jährigen Niederländer imponiert.

Huub Stevens spielte den Ball aus Portugal, wo er sich noch bis Donnerstag bei der EM aufhält, zurück. „Köln ist ein Klub, bei dem du etwas aufbauen kannst”, sagte Stevens. „Den Ausschlag hat mein Gespräch mit Wolfgang Overath gegeben. Da habe ich dieses Funkeln in seinen Augen gesehen. Wir sind Fußballer, zusammen können wir es schaffen.”

Mit Overath und Stevens konzentriert sich die sportliche Führung auf zwei Persönlichkeiten, die es gewohnt sind, ihre Dinge durchzuziehen. „Wir sagen, wo es lang geht”, unterstreicht der neue FC-Präsident. So ist beispielsweise ein Verkauf von Lukas Podolski überhaupt kein Thema. Overath: „Er muss bleiben. Nicht für alles Geld der Welt lassen wir ihn weg.” Dabei empfindet der frühere FC-Regisseur das auf „Poldi” konzentrierte Medieninteresse als zu einseitig. „Wir haben mit Lukas Sinkiewicz noch einen Jungen, der unheimlich viel verspricht”, glaubt Overath. „Und nur weil der kein Stürmer ist, wird er in der Öffentlichkeit zu wenig beachtet.”

Huub Stevens freut sich jedenfalls schon auf seinen Job in Köln. Dass sein Vertrag zunächst auf ein Jahr befristet ist und sich nur im Falle des Aufstiegs verlängert, stört den Limburger nicht. Stevens: „Ich habe ein gutes Gefühl. Die Perspektive beim Klub ist da. Köln ist eine große Stadt, hat tolle Fans und ein super Stadion. Und wenn ich mit der Mannschaft den Aufstieg nicht schaffe, dann muss es eben ein anderer versuchen.”

Einer, der seine Kündigung angeboten hatte, bleibt im Amt. Manager Andreas Rettig hatte seinen Job zur Disposition gestellt, nachdem die Trennung von Trainer Marcel Koller beschlossene Sache war. Doch Rettigs Kopf wollte Wolfgang Overath nicht. Oder zumindest noch nicht. Denn rund ums Geißbockheim wird kolportiert, dass Reiner Calmund nach dem Ende seiner Karriere bei Bayer Leverkusen möglicherweise in einem gewissen zeitlichen Abstand dem Ruf seines Freundes Wolfgang Overath auf die andere Rheinseite folgen wird.