Köln/Wegberg-Beeck: Hoffnung für Wegberg-Beeck lebt eine Halbzeit

Köln/Wegberg-Beeck: Hoffnung für Wegberg-Beeck lebt eine Halbzeit

Mal etwas anderes: Teamchef Friedel Henßen hatte vor der Partie beim Top-Favoriten in Zweckpessimismus gemacht. Doch zumindest eine Halbzeit lang hielt der FC Wegberg-Beeck bei Viktoria Köln gut mit und durfte sich zur Pause über ein torloses Remis freuen. In den zweiten 45 Minuten musste sich der Tabellenletzte der Fußball-Regionalliga der Viktoria wie im Hinspiel mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

„Friedel hat im Vorfeld etwas sarkastisch gesagt, dass wir verlieren werden. In der Teambesprechung sah das natürlich anders aus, schließlich wollen wir nichts herschenken“, sagte Beecks Trainer Dirk Ruhrig, der den guten Auftritt seiner Mannschaft in Hälfte 1 lobte.

„Wenn man bedenkt, dass unsere Jungs nach der Arbeit zum Spiel gehetzt sind und dass wir erst kurz nach 18 Uhr im Stadion waren. Und wenn man dann den Etat der Viktoria sieht, dann ist deren Auftritt in den ersten 45 Minuten enttäuschend. Bis dahin haben die Gastgeber einfach zu wenig gegen uns abgerufen.“

Die Kölner schalteten mit Anpfiff zwar in den Vorwärtsgang, doch Wegberg-Beeck griff früh an, versuchte den Spielaufbau der Gastgeber bereits früh in deren Hälfte zu stören. Mit Erfolg. Auch wenn die Viktoria deutlich präsenter und spielbestimmender war, erarbeitete sie sich in der ersten Viertelstunde keine Chance. Ein Schuss von Linksverteidiger Michael Lejan (15.) ging deutlich vorbei.

Drei Mal war Beecks Keeper Patrick Nettekoven gefordert, gegen Sven Kreyer (20.), David Jansen (22.) und Connor Krempicki (34.) parierte er sicher. Ähnlich wie im Hinspiel, das Köln 2:0 gewann, agierte die Viktoria zurückhaltend, während Wegberg-Beeck kaum spielerische Aktionen zu verzeichnen hatte. Die beste Möglichkeit vergab Danny Richter, der einen Freistoß aus gut 20 Metern über die Mauer, aber auch knapp über das Tor zirkelte.

In der Pause gaben Henßen und Ruhrig ihren Jungs die Order, so weiter zu agieren und die Räume eng zu machen. Kölns Rene Klingenburg (47.) startete mit einem Versuch aus 20 Metern, doch der Schuss ging vorbei. Ein Freistoß von Lejan wurde zuerst noch abgewehrt, doch im Nachsetzen erzielte Jansen (58.) mit dem Hinterkopf den Führungstreffer für die Gastgeber. Kurz darauf hatten die Gäste die Chance zum Ausgleich: Nach einem Pass von Fabio Simoes Ribeiro verlängerte Sahin Dagistan per Flugkopfball, doch Johannes Walbaum (60.) verpasste knapp.

Das Tor belebte das Spiel in der Folgezeit nicht. Die Gastgeber versprühten keinen Esprit, die Gäste standen steht und trugen nichts zum Spiel bei. Eine Ecke von Jules Schwadorf (72.) wehrten die Gäste erfolgreich ab, doch den nächsten Standard von Schwadorf — abgefälscht von einem Beecker Defensivmann — verwandelte Kölns Kapitän Daniel Reiche (73.) zum 2:0. Nun wachte Köln etwas auf: Eine Schuss von Markus Brzenska (78.) prallt gegen die Latte. Erneut Klingenburg (86.) vergab nur knapp.

„Es ist bezeichnend, dass wir beide Tore nach Standards kassieren“, bedauerte Ruhrig, denn seine Mannschaft hatte die Vorgaben taktisch gut umgesetzt und aus dem Spiel heraus nichts Zwingendes zugelassen. „87 Minuten lang haben die Jungs das gut umgesetzt und das Kölner Spiel gestört. Eine kurze Auszeit reicht in dieser Liga aber aus, um ein Spiel zu verlieren.“

(rau)
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