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Köln: Hilft nur noch Beten? Solbakken braucht sofort Ergebnisse

Köln : Hilft nur noch Beten? Solbakken braucht sofort Ergebnisse

Sonntag wirds ernst für Stale Solbakken. Zwar treibt ihm der Name des Gegners vor seiner Pflichtspielpremiere auf der Bank des 1. FC Köln nicht gerade die Schweißperlen auf die Stirn, doch der Norweger weiß, dass er sofort Ergebnisse braucht. Das erste soll die Mannschaft morgen (17.30 Uhr) gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück in Gütersloh holen. „Wir müssen Respekt haben vor dem Gegner”, sagt Solbakken.

„Aber wenn wir klar im Kopf sind und die Motivation stimmt, sollte Köln diesmal nicht für die Sensation sorgen.” Solbakken muss auf Torhüter Michael Rensing und Youssef Mohamad (beide Innenbandzerrung) verzichten, Slawomir Peszko wird zwar im Kader sein, doch nach seinen Kniebeschwerden erst einmal auf der Bank sitzen. Hinter dem Einsatz vom Lukas Podolski ist am Freitag das letzte Fragezeichen gestrichen worden. „Er will spielen”, betont der Trainer. „Ich sehe da auch keine Probleme mehr.”

Am Ende der Saisonvorbereitung zieht der Norweger ein durchaus positives Fazit. „Ich bin mit dem Leistungsstand der Spieler zufrieden”, sagt Solbakken. „Auch wenn wir erst gegen Wolfsburg taktisch und körperlich bei 100 Prozent sein werden.” Als förderlich empfindet er es auch, dass er selbst bei seinem ersten Pflichtspiel unter besonderer Beobachtung steht. „Es ist gut, dass der große Druck auf mir und nicht auf der Mannschaft lastet”, sagt er und schiebt nach: „Wenn du Trainer in Köln bist, dann musst du Druck ertragen.”

Ertragen hat Solbakken in dieser Woche die medialen Eruptionen, als er Podolski die Kapitänsbinde nahm und an Pedro Geromel weiterreichte. „Lukas ist zwar nicht rundum glücklich, er akzeptiert aber die Überlegungen hinter dieser Entscheidung.” Solbakken will die Verantwortung rund um die Mannschaft einfach auf mehrere Schultern verteilen.

Solbakken ist in Köln angetreten, „um mit anderen eine neue Kultur im Verein aufzubauen. Das geht ohne Ergebnisse nicht.” Gemeinsam mit Sportdirektor Volker Finke will er den FC dauerhaft auf die Rampe nach oben schieben und das teils chaotische Szenario rund um den Klub beenden. „Wer 14 Trainer in zehn Jahren hatte, der hat keine gute Kultur”, stellt der Coach fest. „So geht es einfach nicht, wenn man etwas Stabiles schaffen will. Auch Claus Horstmann und Volker Finke denken so. Ein Verein braucht einen starken Trainer, der mit dem Klub einen langfristigen Plan hat.” In dieser Rolle sieht sich Solbakken.

Der Norweger ist nicht der erste, der den Geißbock bändigen will. Seit gut eineinhalb Jahrzehnten versuchten sich Präsidenten, Manager und Trainer vergeblich an dieser Aufgabe. Doch Solbakken vermittelt den Eindruck, dass er davon überzeugt ist, seine Mission erfüllen zu können. Er gibt sich verbindlich, zielorientiert und bewegt sich mit einer Selbstverständlichkeit in der schwierigen Kölner Medienlandschaft, die vielen seiner Vorgänger fremd und suspekt war. Und als Skandinavier favorisiert Solbakken im Umgang mit den Spielern das Du.

Den Respekt holt er sich bei der täglichen Arbeit auf dem Trainingsplatz. Solbakken will durch Leistung überzeugen. „Wenn ich irgendwann mal Köln verlasse, sagt man hoffentlich: Der hat seine Arbeit für den Verein und nicht für sich selbst gemacht.”

Voraussichtliche Aufstellung: Varvodic - Brecko, Geromel, Pezzoni, Andrezinho (Eichner) - Chihi, Lanig, Riether, Jajalo - Podolski - Novakovic