Mönchengladbach: Hetzt ein Jagdhund den Wolfsfütterer?

Mönchengladbach: Hetzt ein Jagdhund den Wolfsfütterer?

Da ist wieder so einer, wie Borussia Mönchengladbach ihn liebt: Mit dem VfL Wolfsburg stellt sich am Samstag ein Gegner der Marke spielstark im Borussia Park vor. Gegen diese Kaliber enfaltet der Tabellen-16. gerne die Leichtigkeit des Außenseiters.

Wie etwa in der Hinrunde gegen Werder Bremen, in der Rückrunde vor allem gegen den HSV. Doch die Sache mit den „Wölfen” ist wenn auch nicht zum heulen, dann doch mindestens zum Zähnefletschen: Der Tabellenführer kommt anders als etwa die Bayern, die Hamburger oder Bremen neben ihren fußballerischen Qualitäten mit dem schmückenden und unbequemen Beiwerk „super organisiert” daher.

Selbst die Light-Version eines Hurrah-Stils würde gegen die Mannschaft des Schachspielers Felix Magath Harakiri bedeuten. Das verdeutlicht auch der triumphale 5:1-Erfolg der Wolfsburger gegen die Bayern. Eine Stunde lang war das Spiel recht ausgeglichen, bevor die „Wölfe” zuschnappten: Die Magath-Schützlinge sind darauf abgerichtet, Geduld zu zeigen um dann im entscheidenden Moment zuzustoßen. Schein-Überlegenheit des Gegners inklusive.

Diese Ordnung, von der auch Borussias Trainer Hans Meyer so viel hält, ist nicht so blumig zu beschreiben wie etwa das Wirken des offensiven Dreigestirns Grafite, Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic. Das „magische Dreieck” in Anlehnung an Magaths ehemaliger Erfolgsformation beim VfB Stuttgart (Bobic, Elber, Balakov) hat es auf 41 Treffer gebracht. Diese Torbestie zu bändigen, ist beinah so schwierig wie Misimovic´ Vornamen unfallfrei zu schreiben. Der Mittelfeldspieler wurde 16 Mal als Vorarbeiter registriert.

Eine Möglichkeit also, das Schreckenstrio zu sprengen, wäre, die Wege des Futterlieferanten „Zwetschge” zu seinen Kunden zu blockieren - etwa durch einen Jagdhund. Das müffelt für Fußball-Ästheten nach einem ähnlich verpönten Eingriff wie die von Meyer zeitweise betriebene Renaissance des Liberos. Doch der 66-Jährige scheut vor unpopulären aber effektiven Maßnahmen nicht zurück. Und ungewollt berührt Meyer verbal auch die Achillesferse des Edel-Fußballers. „Wenn Misimovic auch noch dynamischer wäre, könnte er beim FC Barcelona mitspielen.”

Der Wolfsburger Zulieferer mag es wie viele seiner Spielmacher-Kollegen nicht, wenn ihm bei seinem kreativen Wirken ein kleiner Kläffer permanent nach den Waden Waden schnappt. Wohl auch deshalb schwant ihm. „Das wird ein sogenanntes Drecksspiel.”


Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Stalteri, Brouwers, Dante, Daems - Galasek, Bradley - Baumjohann - Neuville, Colautti, Marin