1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Helmes und der „positiveStress”

Köln : Helmes und der „positiveStress”

Jenem Stress, den sich sein Trainer Christoph Daum nach der 0:1-Pleite am Montagabend gegen Alemannia Aachen mit seiner völlig überzogenen Schiedsrichterschelte gegen Florian Meyer und die ganze Zunft antat, mochte Patrick Helmes, der Kapitän des 1. FC Köln, nicht folgen.

Er fasste jene Szene, die mit der Aberkennung des regulären Chihi-Ausgleichs wegen angeblichem Abseits endete, eher nüchtern-sachlich zusammen: „Der Schiedsrichter hat so entschieden. Jetzt haben wir nicht einen sondern keinen Punkt”, meinte der Stürmer, der auf der rechten Kölner Angriffsseite an diesem Abend kaum glänzte. Auch deshalb, weil ihm diese Position offenbar nicht sehr behagt.

Helmes, der junge Nationalspieler, konzentrierte sich nach der so in die Hose gegangenen Saison-Heimpremiere nun ganz auf die folgenden Tage dieser Woche, in denen er „positiven Stress” empfindet. Jogi Löw hatte ihn für das heutige Länderspiel in London gegen England als einzigen Zweitliga-Akteur nominiert, nachdem die Bayern Lukas Podolski und Jan Schlaudraff verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen.

Topfit gegen Jena

Der Spielplan sieht so drei Partien innerhalb von nur fünf Tagen für Helmes vor - ein wahrer Kraftakt. „Für mich aber kein großes Problem”, sagt Helmes. „Ich werde am Freitag gegen Jena topfit auflaufen.”

Noch am Abend nach der Niederlage gegen Alemannia wurde der 23-Jährige nach Frankfurt chauffiert, von wo er gestern Morgen mit dem DFB-Tross Richtung London aufbrach und am Mittwochabend zumindest „auf ein paar Minuten Einsatz” hofft. „Es muss großartig sein, im Wembley-Stadion zu spielen”, vermutete der Jungspund.

Bodenhaftung

Weniger großartig hatten er und seine Kollegen sich gegen Aachen präsentiert. Da nutzte auch jene säuberlich auf DIN A4-Papier ausgedruckte Spielstatistik nichts, die sich aus Kölner Sicht als Makulatur darstellte: Helmes taucht dort als jener Akteur mit den „meisten Schüssen” auf. Doch kaum eine Aktion gelang ihm wirklich. „Es passt noch nicht alles zusammen, wir müssen gerade zu Hause viel spielbestimmender werden.” Viel versucht habe seine Mannschaft, „aber immer waren ein oder zwei Aachener dazwischen”.

Dass es am kommenden Freitag, wenn Jena ins RheinEnergieStadion kommt, anders wird, davon ist Helmes überzeugt: „Da können wir es nur besser machen. Gegen Aachen haben wir viel zu viele hohe Bälle gespielt. Das kann nicht unsere Waffe sein. Wir müssen den Ball am Boden halten wie zu Beginn des Spiels - und viel schneller und besser nach vorne spielen.”

Zuvor wartet Wembley, wo Helmes & Co. am Dienstag um 18 Uhr den Rasen im Training schon einmal testeten. Am Mittwoch dann das Spiel, Donnerstagfrüh um 9.50 Uhr Rückflug nach Frankfurt und sofort weiter nach Köln. Zum FC-Abschlusstraining für die Freitags-Partie. Positiver Stress für Kölns Kapitän. Denn: „Drei Mal in einer Woche spielen ist besser als Training.” Sagt Helmes.

Torhüter Wessels geht nach Everton

Stefan Wessels und der 1. FC Köln gehen getrennte Wege. Der Torhüter, der 54 Erst- und 39 Zweitliga-Spiele für den FC bestritt, wechselt ablösefrei und für ein Jahr zum FC Everton in die Premier League.

„Wir haben dem Wunsch des Spielers entsprochen, den Verein auf Grund der neuen Torwart-Situation zu verlassen”, sagte FC-Manager Michael Meier. Wessels war bei Trainer Christoph Daum nach der Verpflichtung des Kolumbianers Faryd Mondragon trotz vorheriger Zusage nicht mehr erste Wahl.