Aachen: Hallencup-Champion SV Breinig hat im Finale die Ruhe bewahrt

Aachen : Hallencup-Champion SV Breinig hat im Finale die Ruhe bewahrt

„Ich hatte meinen Jungs im Vorfeld gesagt, ich würde das Turnier gerne mal als Trainer gewinnen.“ 1987 war das Michael Burlet als Spieler mit der Eschweiler SG gelungen. Seine Jungs hörten genau hin und gaben im Finale von Beginn an richtig Gas.

Der SV Breinig überraschte mit seiner Handlungsschnelligkeit. Regionalligist Alemannia Aachen lag nach 17 Minuten mit 0:4 hinten, ehe der erste Treffer gelang. Geschickt konterte der Mittelrheinligist den Turnierfavoriten, der teilweise zu überhastet abschloss, immer wieder aus und gewann hochverdient mit 8:3 das Finale um den Sparkassen-Hallencup, den unsere Zeitung präsentiert.

Im Gleichschritt: Alemannias Meik Kühnel (links) ist, bewacht von Breinigs Manfred Hannappel, auf dem Weg in Richtung Tor. Foto: Andreas Steindl

„Das ist einfach nur überragend wie wir hier aufgetreten sind. Ich glaube, wir wollten unbedingt gewinnen, das hat uns stark gemacht. Das ist ein großer Erfolg für den Verein“, freute sich Burlet, dem seine Jungs den Sieg zum 53. Geburtstag am Sonntag schenkten. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie auch in der Halle richtig gut und ein Team sind. Sie haben immer die Ruhe bewahrt, auch bei einem Rückstand, und das hat sie richtig stark gemacht.“

Nach 19 Jahren Pause hatte die erste Mannschaft von Alemannia Aachen wieder am Hallencup teilgenommen und war als Favorit ins Finale eingezogen. In der Vorrunde hatte man den VfL Vichttal in einem zunehmend hektischen Spiel, das dem Unparteiischen zeitweise entglitt, 5:1 geschlagen, und gegen Viktoria Arnoldsweiler nach 0:2-Rückstand dank drei Treffern in Folge von Mergim Fejzullahu noch 3:2 gesiegt. Doch im Finale schien die Luft dann raus zu sein. Auch, weil Breinig sein Spiel souverän und sehr diszipliniert aufzog und jeden Fehler des Regionalligisten konsequent bestrafte.

„Man hat gesehen, dass Breinig den Vorteil einer längeren Pause hatte. Zudem haben wir mit dem Turnier auch schon acht harte Einheiten in der Vorbereitung in den Knochen. Daher bin ich mit der Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind, auch zufrieden. Trotzdem ist es schade, denn wir wollten das Turnier unbedingt für unsere Fans gewinnen“, bedauerte Fuat Kilic, der direkt nach dem Finale noch offen ließ, ob es 2019 ein Wiedersehen geben wird.

Zwei-Minuten-Strafen

Kommentieren wollte Aachens Coach es zwar nicht, doch auch er war wie seine Kollegen mit mancher Entscheidung der Unparteiischen nicht einverstanden, vor allem in der Partie gegen Vichttal, in der unter anderem Keeper Patrick Nettekoven und VfL-Akteur Ingo Evertz (der Nettekoven nach einem Tor den Ball aus der Hand reißen wollte) Zwei-Minuten-Strafen erhalten hatten, was einen Tumult auf und im Fanblock neben dem Spielfeld auslöste.

Schon in der Vorrunde hatte Breinig seine Ambitionen unterstrichen und erst in buchstäblich allerletzter Sekunde den Ausgleich gegen Regionalligist FC Wegberg-Beeck, als man sich bei einer Abwehraktion den Ball selbst ins Tor legte, zum 5:5 hinnehmen müssen. Und mit einem 3:1 zerstörten die Breinger auch die Träume von Borussia Freialdenhoven auf einen Finaleinzug. „Wir haben den Titelverteidiger und Alemannia Aachen aus dem Turnier geworfen“, durfte Burlet mit Stolz Bilanz ziehen.

Titelverteidiger Beeck, der zuvor fünf Mal in Folge gewonnen hatte, kassierte schon in einem schwachen Auftaktspiel gegen Freialdenhoven eine 5:6-Niederlage und schied nach dem 5:5 gegen Breinig mit nur einem Punkt aus. „Elf Gegentore in zwei Spielen sprechen für sich — unsere Defensive war nicht gut genug. Vor allem gegen Feialdenhoven haben wir in der ersten Hälfte viel zu einfach Tore kassiert“, ärgerte sich Beecks Teamchef Friedel Henßen. „Insgesamt haben wir es einfach nicht gut gemacht. Wir haben aber mit Freialdenhoven und Breinig auch in einer starken Gruppe gespielt, und in der Halle ist grundsätzlich alles möglich wie man sieht.“

Mehr von Aachener Zeitung