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Mönchengladbach: Giovane Elber „will wieder Spaß haben”

Mönchengladbach : Giovane Elber „will wieder Spaß haben”

Giovane Elber kommt - und schon müssen die Verantwortlichen bei Borussia Mönchengladbach Leibchen mit Nummern ausgeben, um die wartende Fan-Schar im Borussia-Park organisatorisch in den Griff zu bekommen.

Doch ganz so zahlreich war das Empfangskomitee am Mittag dann doch nicht: Der durchnummerierte Fan-Auflauf entpuppte sich als Volkslauf.

Elber aber bleibt bei seiner Meinung: „In der Fußball-Bundesliga ist alles viel besser durchorganisiert.” Darum habe es ihn auch von Lyon als Gladbachs Winter-Neuzugang Nr. 7 zurück in die Fußball-Bundesliga gezogen.

Bittere Erfahrung

Vor anderthalb Jahren hatte sich der Brasilianer von den Bayern verabschiedet als Torschützen-König der Bundesliga. Seine 18 monatige Aufenthalt in Frankreich kostete Lyon vier Millionen Euro, dem Brasilianer brachte es die Erfahrung, „dass es in Deutschland viel schöner ist, als ich es gedacht habe. Ich habe immer gesagt, ich will mal nach Spanien oder Italien. Aber dann hatte ich schnell Heimweh, und es war das Wichtigste, nach Hause zurückzukehren, und das ist die Bundesliga.”

Hier will der Torjäger den „Spaß haben, den ich solange vermisst habe”. So altruistisch aber ist Borussia dann doch nicht, dass sie nur dafür dem ablösefreien Rekonvaleszenten einen 18-Monats-Vertrag geben.

Und so schiebt Giovane Elber artig nach: „Ich will Mönchengladbach nach oben schießen.” Damit muss er noch etwas warten. Nach einem Schien- und Wadenbeinbruch hofft der Stürmer, „in zwei, drei Wochen ins Mannschaftstraining einzusteigen”.

Anders als mögliche Konkurrenten im Abstiegskampf und die Verpflichtung des Ausnahme-Stürmers kann es sich Borussia erlauben, so lange zu warten.

Mit Wesley Sonck hat Christian Hochstätter seinen Kader gerade veredelt und ist auf Elber als Sofort-Helfer nicht zwingend angewiesen. Das erklärt auch die Elber-Aussage, „nur Christian hat direkt mit mir gesprochen”.

Das war vor der Winterpause. Und damals legte sich noch Lyon quer. „Wie das Leben so spielt: Dann ging alles in drei Stunden über die Bühne”, erklärte der Manager. Der französische Klub hatte Elber nicht auf die offizielle Liste gesetzt, weil er ein Ausländer zu viel gewesen wäre.

Statt Champions League nun Abstiegskampf - natürlich „eine Herausforderung” für den Ex-Münchner. Die er durch Zurückhaltung in Sachen Gehalt möglich machte. „Wenns um Geld geht, hätte ich bei den Bayern bleiben können - auch auf der Bank.”

Dass nun zwanghaft ein anderer Stürmer abgegeben werden muss, sieht Hochstätter anders. „Wir spielen mit drei Stürmern. Elber ist für mich der fünfte. Und so viel brauchen wir auch.” Wackelkandidat Nr. 1, Marek Heinz, könnte bei einer entsprechenden Anfrage wohl trotzdem gehen bzw. ausgeliehen werden.

„Wenn du einen wie Elber bekommen kannst, darfst du nicht zögern”, freut sich Trainer Dick Advocaat. Mit dem „nun wirklich letzten Neuen” hat er nun einen echten zentralen Stürmer, der auch den Ball halten kann.

Das gelang beim Hochhalten für die TV-Kameras nicht so hundertprozentig. War der Druck schon so groß an seinem neuen Arbeitsplatz?

„Man konnte es schon spüren”, schmunzelte Elber und ließ seinen Blick demonstrativ ehrfürchtig über die leeren Ränge des Borussia-Parks schweifen.