Köln: Gibts Hiebe von Daums Liebe?

Köln: Gibts Hiebe von Daums Liebe?

Die Frage wird sich Christoph Daum möglicherweise am Samstagnachmittag nach dem Abpfiff anhören müssen. Dann nämlich, wenn der 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt das in dieser Saison fast Unmögliche, den zweiten Auswärtssieg, schaffen sollte.

Dann wird der 57-jährige Eintracht-Trainer sich etwas einfallen lassen müssen auf die Frage, ob Köln denn nun trotz dieser Niederlage und der dann noch prekäreren Lage des Vereins vom Main immer noch und weiterhin seine „Herzensangelegenheit” ist. Zu der hat der mit Frankfurt so erfolglose Coach (drei Unentschieden, zwei Niederlagen) den 1. FC ja nun seit langem auserkoren. Gibts Hiebe von Daums Liebe, dürfte die Lage der Gastgeber in diesen ohnehin am Main extrem unruhigen Tagen noch unangenehmer werden.

Er will Planungssicherheit

Köln braucht noch einen Zähler zum Glück, das da heißt Klassenerhalt und das der Drei-Spiele-Trainer-Manager Volker Finke nun in seiner zweiten Partie als Verantwortlicher perfekt machen kann. Dann könnten sie in Müngersdorf am Samstag in einer Woche bei der finalen Partie gegen Schalke 04 ein Fest feiern - nach einer Saison, die zum Feiern nun wirklich kaum Anlass gab.

Niemandem, so sagte Finke am Tag vor dem brisanten Duell, weder Spielern noch Fans, müsse erklärt werden, was am Samstagnachmittag auf dem Spiel stehe. Der Noch-Trainer will Planungssicherheit. Möglichst schnell, möglichst schon am Samstag. Wegen der Zukunftsplanung in Köln, in der ein neuer Trainer die wichtigste Personalie ist.

Zu spekulierten Namen wie Marco Pezzaiouli, Milan Sasic oder Thorsten Fink mag Finke sich nicht äußern. Und ob es von Vorteil für die Kölner sei, dass just vor der Partie bekannt wurde, dass Frankfurt-Kapitän Patrick Ochs am Ende der Saison nach Wolfsburg wechselt, mochte Finke auch nicht bewerten: „Zur Situation in Frankfurt sage ich gar nichts, wir haben im eigenen Stall genug zu tun.”

Dabei hält der Trainer auf Zeit es für gefährlich, ja lehnt es sogar kategorisch ab, „auf nur einen Punkt zu spielen. Das bessere Rezept ist nach vorne spielen und möglichst in Führung zu gehen”, sagt er. Und dazu benötigt der FC selbstredend einen Milivoje Novakovic, der sich pflegen ließ statt zu trainieren, weil die Adduktoren wieder zwickten. „Aber er ist Samstag fit”, ist Finke sicher, so dass wohl die Elf beginnt, die vor einer Woche dank zweier Treffer von Novakovic 2:0 gegen Leverkusen gewonnen hat. „Es wird sicherlich keine großen Änderungen geben. Niemand ist verletzt, der gegen Leverkusen begonnen hat.” Und nicht ohne ein Schmunzeln gesteht Finke: „Es wäre ja an der Zeit, auswärts seit langem einmal wieder zu punkten. Dann könnten wir gut gelaunt nach Hause fahren.”

Mehr von Aachener Zeitung