Tröpolach: Geht es für „Matu” weiter steil bergauf?

Tröpolach: Geht es für „Matu” weiter steil bergauf?

Mit einer ähnlichen Formel, wie Joachim Löw sie bei der deutschen Fußball-Nationalelf angewandt hat, versuchen die für die sportlichen Belange des 1. FC Köln zuständigen Zvonimir Soldo und Michael Meier ebenfalls Erfolge anzusteuern.

So stellt die Altersstruktur der aktuellen Mannschaft eine Mischung aus Routiniers und viel versprechenden Talenten dar. Das Durchschnittsalter beträgt aktuell genau 24 Jahre, Faryd Mondragon - mit mehr als 39 Jahren der Bundesliga-Senior - einmal herausgerechnet so gar nur 23 Jahre und sechs Monate. Ihre landsmannschaftlichen Wurzeln, selbst die mancher Spieler mit deutscher Nationalität, sind weit verzweigt, und dennoch verfügt gut ein Drittel von ihnen über kölsche Bodenständigkeit, gingen sie doch aus dem FC-Nachwuchs hervor.

Einer, der diesen Typ der neuen Spielergeneration vertritt, ist Adam Matuschyk: 21 Jahre jung, in Gleiwitz in Polen geboren, im Saarland aufgewachsen und mit 14 Jahren zum FC gekommen. Nachdem er alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, spielte er bis Ende letzten Jahres für eineinhalb Spielzeiten im Regionalliga-Team. Dann nahm ihn Zvonimir Soldo im Januar mit ins Trainingslager in die Türkei. Dort imponierte ihm der Mittelfeldspieler so, dass der fortan zum Profikader gehörte. Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit wirbelte sich „Matu”, so sein Rufname unter Kollegen, ausgerechnet unter dem Ausschluss des FC-Anhangs. Denn beim Auftritt in Hoffenheim, bei dem als Strafe für Ausschreitungen keine Karten an die Kölner Fans verkauft werden durften und der Gästeblock leer blieb, erzielte er beide Treffer zum 2:0-Erfolg.

„Das war für mich der Durchbruch. Es war ja alles sehr schnell und steil bergauf gegangen: Erst der Wechsel zu den Profis, dann im Derby gegen Leverkusen der erste Bundesligaeinsatz und gegen Hoffenheim meine ersten Bundesligatore”, zählt der junge Ehemann und Vater des neun Monate alten Söhnchens Lennox Luis auf.

In dieser Rückrunde sei er wie auf einer Euphoriewelle vorangetrieben worden. Mit seiner unbekümmerten, kessen Spielweise, gerne die Zweikämpfe suchend und für sich entscheidend, dribbelte sich der 21-Jährige in die Herzen der Fans. Was das für die bevorstehende Saison heißt, weiß Adam Matuschyk nur zu genau: „Die Erwartungen von außen steigen, und auch ich möchte meine Leistungen natürlich stabilisieren und mich weiterentwickeln. Aber es ist jetzt die Kunst, oben zu bleiben.”

Und die Konkurrenz ist größer geworden. Um die vier Plätze des rautenförmigen Spielsystems im Mittelfeld, das Zvonimir Soldo derzeit im Trainingslager in Kärnten täglich üben lässt, bewerben sich nicht weniger als sieben bis neun Kandidaten; streng genommen sind es sogar sechs bis acht Bewerber für nur drei freie Positionen, da an Nationalspieler Lukas Podolski bereits eine Stelle fest vergeben ist.

Deshalb sei es wichtig, Signale auszusenden an den Trainer, auf sich aufmerksam zu machen, lautet die Strategie von Adam Matuschyk. Er sagt das mit ruhiger Stimme. Die ist ihm eigen. Ein Mann lauter Töne sei er nicht, auch wenn Stephan Engels, der ihn als Sportlicher Leiter des FC-Nachwuchses über all die Jahre interessiert verfolgte, sich jüngst noch wünschte: „Manchmal könnte er ein bisschen mehr Temperament zeigen.” Doch das entspricht nicht dem Naturell der FC-Hoffnung, nur seiner Spielweise. „Und sonst will ich bleiben wie ich bin”, sagt Adam Matuschyk.