1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Kerkrade/Sittard: Fusion bringt die Fans auf die Barrikaden

Kerkrade/Sittard : Fusion bringt die Fans auf die Barrikaden

Es knallt wieder einmal im südlimburger Profi-Fußball. Die Fans gehen auf die Barrikaden, weil der Koninklijke-Nederlandse Voetbal-Bond (KNVB) und die Provinzregierung gemeinsam das Projekt FC Limburg angeschoben haben, und weil Fortuna Sittard wegen chronischen Finanzmangels vom Lizenzierungsausschuss des Verbandes Ungemach droht.

Seit Jahren geistert der Plan eines Großvereins im südlichen Limburg mit schöner Regelmäßigkeit durch das Grenzland. Doch nun soll offenbar eine Fusion des Ehrendivisionärs Roda JC Kerkrade mit dem Zweitligisten Fortuna Sittard vom KNVB und der Provinzregierung erzwungen werden.

Verband und Regionalpolitiker sehen in dieser Maßnahme die einzige Möglichkeit, dauerhaft Profi-Fußball in dieser Region zu sichern. Deshalb arbeitet seit einigen Tagen ein Gremium, das diesen Prozess koordinieren soll.

Bis spätestens Anfang Januar soll der Weg zur Vereinigung der beiden Klubs festgeschrieben sein. Bereits im Vorfeld hatte sich Maastricht VV verweigert und will weiterhin sein eigenes Süppchen kochen.

Hintergrund der ganzen Geschichte ist die einmal mehr herrschende Geldnot der Fortuna. Der Saisonetat des Erstdivisionärs beläuft sich auf zwei Millionen Euro. Und aktuell fehlen bereits 1,5 Millionen dieser Summe. Schon die Oktobergehälter konnte der Klub nicht mehr an die Spieler überweisen, ein Sponsor musste einspringen.

Das alarmierte den Lizenzierungsausschuss des KNVB. Bis Montag musste Sittard nachweisen, dass man die Spielzeit ordentlich beenden könne.

Ob die eingereichten Nachweise ausreichen, wird sich erst im Laufe dieser Woche zeigen, wenn das Gremium seine Entscheidung veröffentlicht hat. Fortuna droht möglicherweise sogar der Lizenzentzug.

Als einzigen Ausweg aus der schweren Krise gilt die Fusion mit Roda. Was die Vereinsgewaltigen erkannt haben, macht die Fans blind vor Wut. Die Macher der Klubs stehen unter Polizeischutz. „Lieber bankrott als zum Feind”, haben sich einige Sittarder Fangruppierungen geschworen.

Doch diesmal, so glauben langjährige Beobachter, werden die Präsidien nicht vor den eigenen Sympathisanten einknicken. Auch wenn es schon am Samstag in Kerkrade erste Krawalle gab, als 175 Polizisten verhinderten, dass Anhänger aus beiden Lagern auf dem Marktplatz aufeinander eindreschen konnten