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Köln: Für Daum und Köln ein „Spiel der Fußballehre”

Köln : Für Daum und Köln ein „Spiel der Fußballehre”

Selbst verschuldete Dramatik. Weil der 1. FC Köln zu oft zu viele Punkte hat liegen lassen, ist nun der Tisch gedeckt für das Spiel der Spiele.

Der Zug in Richtung Erstliga-Rückkehr bleibt nur dann unter Dampf, wenn die Mannschaft von Trainer Christoph Daum am Sonntag die Partie gegen den Tabellenzweiten Hoffenheim gewinnt. Schon ein Remis würde die Hoffnung empfindlich schmälern, denn dann wären Kapitän Kevin McKenna & Co. im Gegensatz zum Gegner auf Schützenhilfe patzender Konkurrenz angewiesen.

Die Kernaussage beider Lager vor der Begegnung ist „artverwandt”. TSG-Coach Ralf Rangnick: „Wenn wir gewinnen, haben wir eine Ausgangsposition, die wir uns nicht mehr nehmen lassen.” Kölns Patrick Helmes: „Holen wir gegen Hoffenheim drei Punkte, steigen wir auf.” Der Unterschied: Köln muss, die Gäste können gewinnen, Köln muss, Hoffenheim kann aufsteigen.

So nennt Daum diese Partie denn auch „den Auftakt der Spiele, in denen es um die Fußballehre geht. Es geht nicht mehr um Lippenbekenntnisse, sondern um das Umsetzen.”

Novakovic, der seine Bänderverletzung überstanden hat, trainierte Donnerstag erstmals wieder eine komplette Einheit mit. „Er wollte es, obwohl wir eigentlich nur eine halbe Einheit vorgesehen hatten. Er will unbedingt dabei sein, wenn uns gegen Hoffenheim hoffentlich der Auftakt einer Serie gelingt”, sagt Daum. Und Thomas Broich, der erst am Mittwoch nach seinen Lungenproblemen aus dem Krankenhaus entlassen worden ist und der seit Donnerstag Einzeltraining absolviert, klopft auch schon wieder an: „Ich will unbedingt im Aufstiegsfinale dabei sein.”

Doch er wird wohl allenfalls auf der Bank Platz nehmen. Im Gegensatz zu dem Torjäger, der für den gesperrten Scherz ran soll. „Ich tendiere dazu, Novakovic von Beginn an einzusetzen. Er soll solange Gas geben, wie die Kräfte reichen”, kündigte Daum an. Für den verletzten Mitreski bekommt Pezzoni eine weitere Chance.

„Früh und energisch stören, Körperkontakt suchen, gleichzeitig auf Kontergefahr achten”, hat Daum seiner viel zu oft viel zu harmlos auftretenden Mannschaft ins Stammbuch geschrieben. Und stellt damit „sehr, sehr hohe Ansprüche an meine Spieler”. Auch deshalb, weil in Hoffenheim, das mit 3300 Fans ins ausverkaufte Stadion anreist, „dieser Erfolg so geplant, der Erfolg erarbeitet worden ist”. Und Köln? Muss mit der selbst verschuldeten Dramatik klar kommen.