1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Für Cichon müssen nur die Frauen schön spielen...

Köln : Für Cichon müssen nur die Frauen schön spielen...

Der Mann hat ein Faible für Frauenfußball, betreut und coacht mit Trainer Ralf Agolli in seiner Heimatstadt Essen das Regionalliga-Team der SG Schönebeck.

„Ich habe festgestellt, dass die Frauen technisch oft beschlagener sind als Männer”, zollt Thomas Cichon, der Libero des 1. FC Köln, den Damen Respekt.

Sein Freund Agolli bat Cichon einst zu helfen. „Es macht großen Spaß”, sagt der Kölner Abwehrchef, der „ganz sicher” ist, dass Schönebeck in der 2. Frauen-Bundesliga, die nächstes Jahr vom DFB eingerichtet wird, „eine wesentliche Rolle spielen wird”.

Seit Cichon, der die ersten drei Saisonspiele nach einem Muskelfaserriss gar nicht und bis zur 1:4-Pleite gegen Bremen nur zu drei Kurzeinsätzen kam, die Fußballschuhe wieder von der ersten Spielminute an für Köln schnürt, geht es bergauf.

Auch weil Trainer Friedhelm Funkel die Viererkette „sprengte” und wieder mit Manndeckern und Libero spielen lässt.

„Positive Knackpunkte in der laufenden Saison waren das Bremen- Spiel und unser anschließendes 0:0 in Stuttgart”, sagt Cichon.

„Bremen deshalb, weil wir nach dieser miserablen Leistung vor dem Stadion offensiv mit der Situation umgegangen sind. Die Diskussionen mit den Fans und die folgenden Aktionen mit den Fan-Clubs haben allen Mut gemacht und Hoffnung gegeben”, fasst er das dunkelste Saisonkapitel zusammen.

Das folgende 0:0 beim VfB Stuttgart nennt Cichon „mein eigentliches Comeback. Im Nachhinein wird dieses torlose Unentschieden noch wertvoller, wenn man sieht, wie überzeugend der VfB dann gegen Bremen und in der Champions-League gegen Athen gewonnen hat.”

Seit zwei Spielen hält die Abwehr den Kasten dicht. „Es geht bei uns zurzeit nicht ums Schönspielen, sondern alleine um Punkte. 40 davon brauchen wir für den Klassenerhalt”, nennt Cichon das Ziel, dem die „Geißböcke” Samstag in Frankfurt ein Stückchen näher rücken wollen.

Cichon ist zuversichtlich, erinnert sich besonders gerne an jenen ersten Spieltag zu früheren Bundesliga-Zeiten, „als Ewald Lienen noch unser Trainer war. Da sind wir vom Trainingslager zum Spiel nach Frankfurt gefahren, führten nach 30 Minuten 3:0 und haben 5:1 gewonnen.”

Ganz so hoch muss es nicht sein am Samstag. „Mit diesem Spiel beginnt aber eine Woche, in der wir vieles vergessen machen können. In Frankfurt, Dienstag bei Wolfsburgs Amateuren im DFB-Pokal und dann zu Hause gegen Hannover wollen wir diese Chance nutzen.”

Die Chance in der 2. Frauen-Bundesliga will die SG Schönebeck übrigens mit Weltmeisterin Maren Meinert nutzen, für die nach der WM eigentlich Schluss war.

Cichons Vorstellung: „Maren hat einen Einjahresvertrag bei Schönebeck unterschrieben, bildet dort die Fußballmädchen aus. Ich hoffe, wir können sie überreden, die Fußballschuhe 2004 wieder anzuziehen.”

Der 1. FC Köln muss im Auswärtsspiel am Samstag bei Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt auf Stürmer Andrej Voronin verzichten, der weiterhin an einer schmerzhaften Kapselreizung leidet. Für ihn rückt wieder Joshua Kennedy in den Kader.

Auch Verteidiger Carsten Cullmann (Oberschenkelprobleme) ist nicht im Aufgebot.