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Mönchengladbach: Frontzeck beim Hamburger SV nicht auf „Schleuder-Kurs”

Mönchengladbach : Frontzeck beim Hamburger SV nicht auf „Schleuder-Kurs”

„Der Wettkampf kann nicht simuliert werden.” Das pflegt Michael Frontzeck zu sagen, wenn es darum geht, ob seine tor- und punkteschwächlichen Profis im Training an ihren Defiziten gearbeitet haben.

Selbstvertrauen holt man sich nur im Spiel. Doch als gewiefter Trainer, Lehrgangsbester, weiß der Ex-Profi, wie er seinen Mönchengladbacher Entwicklungsobjekten auf die Sprünge helfen kann. Das versuchte er in Heimarbeit zu simulieren: Der 45-Jährige wurde im Garten bei Schießübungen beobachtet.

Nun hat der ehemalige Linksverteidiger nicht vor, sich am Samstag beim Hamburger SV selbst aufzustellen. Frontzeck ist offensichtlich auf „Schleuder-Kurs”: Der Borussen-Coach hatte nach dem 0:0 gegen Köln ins Spiel gebracht, dass es wohl geholfen hätte, wenn er mit einer „Flitsche” den FC-Profis, die auf der Linie gerettet hatten, auf die Beine geschossen hätte. Hat er natürlich nicht, sonst wäre es ja auch nicht beim 0:0 geblieben. Und zudem hätte er bei Miso Brecko dann auf den Kopf zielen müssen.

Auch im ehemaligen Volksparkstadion wird er seine Zwille in der Trainingshose lassen. Der Tabellenzweite hat den besten Sturm der Liga und wird kaum so tief stehen wie der FC. Dennoch vertraut Frontzeck der Elf, die gegen Köln immerhin gut strukturiert und diszipliniert gearbeitet hat.

Und hofft darauf, dass Arango & Co. diese Leistung nun mit einem Schuss mehr an Kreativität und Entschlossenheit garnieren können. Der Venezolaner war eben für diese Sahnehäubchen verpflichtet worden, nachdem Marko Marin und Alexander Baumjohann von der Stange gingen. Letzterer frisst nun das harte, aber gut bezahlte Tribünenbrot bei den Bayern. Und konnte nun lesen, dass er zu den Auserwählten zählt, die im Winter gehen könnten.

Diesen Moment hatte Borussen-Sportdirektor Max Eberl vor der Saison prophezeit. Seine Wertschätzung des Instinktfußballers ist geblieben. „Er war für uns in der Saison richtig wertvoll. Und hat bewiesen, dass er ein Bundesliga-Spieler ist.” Aktuellen Kontakt aber habe es nicht gegeben. Wie häufig bei Rückhol- oder Rückkehraktionen ist die mentale Verfassung das Hauptproblem. Ein Scheitern bei den Bayern lässt sich nicht so leicht aus den Kleidern schütteln. Dabei wäre Baumjohann nicht nur sportlich ein potenzieller Gewinn: Der 22-Jährige würde sich prächtig mit der neuen Südamerika-Fraktion verstehen. Er ist ein kleines Sprachen-Genie.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Jaures - Marx, Bradley - Reus, Arango - Bobadilla, Colautti