1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Eupen: Ferrari siegt gegen die Ente im Qualifikations-Rennen

Eupen : Ferrari siegt gegen die Ente im Qualifikations-Rennen

„Das war das Rennen einer Ente gegen einen Ferrari. Ich konnte vor dem Spiel nur hoffen, dass beim Ferrari der Motor streikt.” Die Hoffungen von Anne Noe, Trainerin der belgischen Fußballerinnen-Nationalmannschaft, hielten nur die ersten 45 Minuten des Qualifikationsspiels gegen die deutsche Mannschaft für die Europameisterschaft 2009 in Finnland.

5:0 lautete am Schluss das Ergebnis für die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid. Die Weltmeisterinnen haben sich mit der fast makellosen Bilanz von 18:0 Punkten und 27:1 Toren aus sechs Spielen neben dem Gastgeber als erste Mannschaft vorzeitig qualifiziert.

„Das war nicht einfach”, schraubte die 45-Jährige die Euphorie nach der geschafften Qualifikation nur eine kleine Umdrehung zurück. „Die Belgierinnen standen sehr gut und gingen bissig in die Zweikämpfe.” So führte das deutsche Team zur Halbzeit nur 1:0 gegen den Zweiten der Qualifikationsgruppe. Conny Pohlers (Neid: „Die ist im zweiten Frühling”) hatte den Querschläger nach einem Freistoß von Melanie Behringer humorlos wie gekonnt volley in die Maschen gedroschen (20.). „Der Platz war sehr hart, und der Ball ein Flummi”, schilderte die 29-Jährige die Anlauf-Schwierigkeiten in ihrem 63. Länderspiel. „Aber in der zweiten Halbzeit hat es ja dann geflutscht.”

Und wie: „Meine Mädchen waren müde, die Deutschen haben aufgedreht”, lobte die belgische Trainerin neidlos. „Der Gegner war von der Physis, der Ballkontrolle und Spieltempo einfach überlegen. Wir haben in neun Minuten drei Treffer kassiert.” Kerstin Garefrekes (52./60.) und erneut Pohlers mit einem Volleyschuss unter die Latte (59.) machten in weniger als 600 Sekunden alles klar. Linda Bresonik besorgte mit einem platzierten Schuss den Endstand (79.). „Ich hatte mir vor dem Spiel vorgenommen, einfach nicht nachzudenken”, meinte Conny Pohlers, die manchmal zu Nervosität im Nationaldress neigt.

Das Team von Silvia Neid kann jedenfalls hinter das Thema EM-Qualifikation einen dicken Haken machen und sich trotz der noch ausstehenden Gruppenspiele gegen Wales und die Schweiz schon jetzt auf die Olympischen Spiele in Peking konzentrieren. „Ich bete zu Gott, dass es klappt”, hofft auch Conny Pohlers darauf, zum 18er-Kader für Peking zu gehören, nachdem sie für die WM nicht berücksichtigt worden war. „Uns fehlt noch die Goldmedaille, das wollen wir in Angriff nehmen.”

Dass das klappen kann, davon ist auch der Chef persönlich überzeugt: „Ich bin wieder unheimlich stolz auf Mädchen. Und wenn sich niemand verletzt, dann kann das mit dieser wunderbaren Bundestrainerin was werden”, lobte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger die Adler-Trägerinnen.