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Köln: FC will Prämien einfrieren, darf es aber nicht

Köln : FC will Prämien einfrieren, darf es aber nicht

Eine richtige Idee hat Christoph Daum auch ein paar Tage nach dem Spiel, das als „Debakel von Essen” in der Vereinschronik festgehalten ist, noch nicht. „So schlecht hat noch nie eine Mannschaft unter mir gespielt”, sagt der Coach ein paar Tage nach dem peinlichen 0:5. Daum, als Wunderheiler verpflichtet, hat bislang wenig ausgerichtet bei seiner Mannschaft.

Erste Konsequenz: Tiago, Haas, Alpay, Broich und Lagerblom stehen zumindest bei den Trainingsspielchen nicht mehr in der A-Formation, Scherz fehlt mit leichter Blessur. So könnte am Sonntag gegen Paderborn eine halbe Elf ausgetauscht sein.

Zweite Konsequenz: Der Dachverband der Fan-Klubs hat seine Mitglieder aufgerufen, die erste Halbzeit vor den Stadiontoren zu verbringen.

Dritte Konsequenz: Der Verein hat alle Punktprämien für die Rückrunde eingefroren. Auch wenn die Däumlinge bislang keine große Ausbeute gemacht haben, kann das für Stammspieler schon einmal eine fünfstellige Summe ausmachen. Der Verein reagiert wütend auf die letzte Darbietung, doch die publikumswirksam angekündigte Strafe kann allenfalls symbolischen Charakter haben, ansonsten würden Klubs häufiger zu diesem Stilmittel greifen.

Umgehend reagierte auch die Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) auf die Einfrier-Idee des 1. FC Köln. VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky erklärte die Absicht des Klubs für nicht haltbar. „Grundsätzlich gilt das Arbeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland auch für den Fußball. Willkürlich kann man keine vertraglich manifestierten Leistungen aussetzen”, sagte Baranowsky.

Die Profis schweigen in diesen Tagen lieber. Die Argumente sind ihnen nach diesem peinlichen Ausflug ausgegangen, der Kölner Boulevard beschimpft sie auch nach Aschermittwoch noch als „Pappnasen”.