Wegberg/Bonn: FC Wegberg-Beeck steigt in Regionalliga auf

Wegberg/Bonn: FC Wegberg-Beeck steigt in Regionalliga auf

Es läuft die 82. Minute im Bonner Sportpark Nord, Spitzenspiel der Fußball-Mittelrheinliga, es geht um den Aufstieg in die Regionalliga, und der Tabellenführer FC Wegberg-Beeck führt mit 1:0 beim Verfolger Bonner SC.

Der Ball kommt jetzt zu Denis Pozder, Wegberg-Beecks Stürmer steht zwei, drei Meter vor dem Strafraum, die Schussposition ist gut. Pozder schließt mit rechts ab, er zielt aufs rechte untere Eck, Bonns Torwart Martin Michel streckt sich, es reicht aber nicht. Und nun verfolgen alle diesen Ball: Er prallt an den Innenpfosten, hoppelt ein bisschen auf der Torlinie, dann kullert er ins Netz.

Zwar steht noch ein Spieltag aus, Wegberg-Beeck hat aber nun fünf Punkte Vorsprung auf Bonn und ist nicht mehr einzuholen. „Das ist ein supergeiles Gefühl“, sagte Trainer Friedel Henßen. „Meine Mannschaft hat diesen Aufstieg mehr als verdient.“ Henßen und sein Co-Trainer Dirk Ruhrig feierten nach Schlusspfiff gemeinsam mit den Spielern ausgelassen auf dem Bonner Rasen. Für Wegberg- Beeck trafen Danny Fäuster (17. Minute) und Denis Pozder (82.). Der Bonner SC, der gewinnen musste, um den Zwei-Punkte-Rückstand auf den FC wettzumachen, konnte Henßens Team nie wirklich gefährlich werden.

Kollektiver Jubel

Und nun bricht alles, was an diesem Tag im Stadion Rot trägt, in ausgelassenen Jubel aus: Die Spieler des FC Wegberg-Beeck rennen zu Pozder, sie feiern mit ihm, die Ersatzspieler stürmen aufs Feld, am Seitenrand liegen sich Trainer Friedel Henßen, Co-Trainer Dirk Ruhrig und die übrigen Verantwortlichen in den Armen.

Mit diesem Treffer war es am Sonntagnachmittag endgültig Gewissheit: Wegberg-Beeck gewinnt das Spitzenspiel 2:0, wird Meister, spielt nächste Saison in der Regionalliga. „Das fühlt sich sehr, sehr gut an“, sagte Friedel Henßen und setzte sein breitestes Grinsen auf. So ein Grinsen trugen auch alle seine Spieler auf den Lippen, „besser geht‘s einfach nicht“, sagte Kapitän Arian Berkigt über seine Gemütslage nach dem Abpfiff, und Torschütze Pozder fügte hinzu: „Ein großartiges Gefühl.“

Wegberg-Beeck war mit zwei Punkten Vorsprung zum Spitzenspiel nach Bonn gereist. Ein Unentschieden hätte genügt, um den Verfolger auf Distanz zu halten und das Aufstiegsrennen am letzten Spieltag zu entscheiden, „aber wir wollten das unbedingt in Bonn tun“, sagte Henßen.

Seine Mannschaft kam vor 2000 Zuschauern besser ins Spiel als die Hausherren, den ersten Warnschuss setzte Johannes Walbaum nach nur 30 Sekunden drüber, nach zehn Minuten brauchte Bonns Keeper Michel beide Fäuste, um Dominik Bischoffs Versuch zu parieren. Bischoff war es auch, der die erste dicke Chance auf dem Fuß hatte, nach Flanke von Thomas Lambertz und Kopfballablage von Pozder schloss er aus wenigen Metern ab, ein Bonner Bein verhinderte den ersten Jubel der Gäste (17.). Dieser ertönte aber nur ein paar Sekunden später: Lambertz spielte die fällige Ecke kurz zu Berkigt, der Kapitän flankte aus dem Halbfeld, und Innenverteidiger Danny Fäuster beförderte den Ball mit den Haarspitzen ins lange Eck — 1:0. Der Jubel nach dem Führungstreffer fiel auch schon recht üppig aus, sogar Henßen hatte sich unter die Feiernden an der Eckfahne gemischt. Und es lief weiter gut für die Gäste, Wegberg-Beeck war die bessere Mannschaft, verpasste es aber, die eine oder andere Chance besser auszuspielen.

Als Bonn das erste Mal gefährlich in der Offensive wurde, war schon über eine halbe Stunde gespielt, Torjäger Dominik Schröer knallte den Ball nach einem starken Solo ans Außennetz (33.). Bis zur Pause hatten die Bonner eine gute Phase, „da haben sie Druck gemacht“, sagte Henßen, „aber wir haben das sehr abgeklärt gemacht“. Die Gastgeber hatten zwar mehr vom Spiel, bis auf ein paar Freistöße, ein paar Ecken und einen verunglückten Fallrückzieher-Versuch von Daniel Somuah kam aber nichts dabei herum.

Das Bild nach der Pause blieb dasselbe: Bonn bemühte sich, konnte aber nur wenige klare Chancen herausspielen. „Sie haben einfach kein Mittel gegen uns gefunden“ sagte Spielführer Berkigt, „und wenn sie mal eine Möglichkeit hatten, war unser Torwart Stefan Zabel da.“ So wie bei einem strammen Distanzschuss von Rechtsverteidiger Markus Wipperfürth (59.).

„Ich habe mir das so gewünscht“

Wegberg-Beeck beschränkte sich aufs Kontern, spielte seine Gelegenheiten aber nicht konsequent zu Ende — bis zu Pozders Treffer in der 82. Minute. „Ich habe mir das so gewünscht“, sagte der Stürmer, der nach der Saison zum niederländischen Zweitligisten Den Bosch wechselt. „Ich wollte unbedingt ein Tor schießen, das ist ein schönes Abschiedsgeschenk.“

Die Zahlen des FC Wegberg- Beeck sind beeindruckend: Seit 21 Spielen ist das Team ungeschlagen, es hat die beste Offensive und die beste Defensive der Liga — ein verdienter Meister und Aufsteiger. „Das ist eine tolle Truppe“, sagte Trainer Henßen. „Wir ernten jetzt die Früchte für die richtig gute Arbeit in den vergangenen Jahren.“

Ein Grund zum Feiern: Schon in der Kabine und im Bus ging es recht feucht-fröhlich zu, in der Heimat kehrte das Team in ein Brauhaus ein. Den Montag hatten sich fast alle schon vor dem Spiel freigenommen . . .

Wegberg-Beeck: Zabel - Ribeiro, Fäuster, Ajani, Wilms - Lambertz (89. J. Jansen), Walbaum, Küppers, Bischoff (74. Bolivard) - Berkigt , Pozder (87. Müller)

(luk)
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