Köln: FC Köln: Overath bleibt und fordert Konstanz

Köln: FC Köln: Overath bleibt und fordert Konstanz

Das Auditorium in der Rheinparkhalle erhob sich von den Plätzen, applaudierte so unmissverständlich begeistert, dass das Ergebnis der später auf der Tagesordnung stehenden Wahl schon vorweg genommen war.

Der Applaus galt Wolfgang Overath, der am Montagabend nach einer emotionalen Rede von 1667 der 1698 anwesenden Stimmberechtigten für weitere vier Jahre als Präsident des 1. FC Köln bestätigt wurde. Gleiches gilt für seine Stellvertreter Jürgen Glowacz (57) und Friedrich Neukirch (63). Das Präsidium war zuvor bei lediglich einer Gegenstimme entlastet worden.

Die leisen Worte des FC-Chefs, unter dessen Präsidentschaft die Mitgliederzahl von 15.400 auf heute 50.647 wuchs, zeigten gerade in diesen Tagen Wirkung: „Es gibt Momente, in denen man innehalten muss, in denen es wichtigere Dinge gibt als Fußball”, erinnerte er an die Tragödie von Hannover. Es blieb eine ausgesprochen ruhige Versammlung, die knapp zwei Stunden dauerte.

Overath, der Weltmeister von 1974, hatte als „Bonbon” die Vertragsverlängerung mit Innenverteidiger Youssef Mohamad bis 2013 mitgebracht. Der 66-Jährige gestand: „Erstes Ziel vor fünf Jahren bei meinem Amtsantritt war es, neue Strukturen in den Verein zu bringen, Visionen, Ideen umzusetzen. Eine davon war aufsteigen, drin bleiben, nach vorne kommen. Das hatte ich mir leichter vorgestellt.”

Im sportlichen Bereich gebe es noch reichlich zu tun. Unmissverständlich forderte er die Profis auf, stabiler und konstanter in ihren Leistungen zu werden. „Auch ich war tief enttäuscht von der Art und Weise, wie die Mannschaft gegen Hannover aufgetreten ist. So etwas extrem Schlechtes habe ich noch nie gesehen”, reklamierte Overath für die kommenden Aufgaben in der Meisterschaft „120 Prozent Kampfgeist” und warf einen Blick auf den lukrativen DFB-Pokal, in dem der FC das Viertelfinale erreicht hat: „Diese Chance haben wir seit Jahren nicht mehr gehabt, diese Chance müssen wir nutzen.”

Trainer Zvonimir Soldo habe die volle Rückendeckung des Präsidiums. „Das wird sich auszahlen”, so Overath. „Vor allem zu Hause müssen wir wieder eine Macht werden. Die Mannschaft hat die Qualität”, schrieb er den Profis ins Aufgabenbuch.

Als der FC-Chef, der seit fast 50 Jahren als Spieler und Funktionär für den FC tätig ist, versprach, seine Arbeit mit Beharrlichkeit und Geduld fortzuführen, brandete Applaus auf. Die Mitglieder standen auf.

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