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Mönchengladbach: „Falleroso” wird nicht verteufelt

Mönchengladbach : „Falleroso” wird nicht verteufelt

Es gab sicher bessere Momente, auf Borussia Dortmund zu treffen. Borussia Mönchengladbach wird es am Samstag im Westfalenstadion als erster Bundesligist diese Saison mit Amoroso zu tun haben.

Der verlässlichste Torschütze der Westfalen ist zurück von der „Reha an der Copacabana” (Gladbachs Coach Hans Meyer) und wird nach seinem Teilzeit-Einsatz gegen Auxerre stellvertretend für alle Verteidiger-Kollegen von Steffen Korell begrüßt.

Dabei fürchten nicht wenige, dass der Brasilianer von diesem „Empfang” so gerührt sein wird, dass ihm die Beine versagen und er zu Boden sinkt. „Das hat er eigentlich nicht nötig. Er hat seine Stärken auch ohne Faller”, sagt Gladbachs Kapitän.

Und nimmt Amoroso, der bei kritischen Zeitgenossen sogar unter „Falloroso” firmiert, in Schutz. „Da gibt es noch ganz andere Kandidaten. So krass sehe ich das bei ihm nicht.” Vorsichtshalber aber, so Korell, solle man ihn doch besser aus dem Strafraum raushalten.

Da kommt die Erinnerung an die letzte Saison hoch, als Amoroso gegen Marcel Witeczek sich einen Strafstoß „erfiel” und selbst zum 2:1 verwandelte. „Er hats erfolgreich versucht. Aber deshalb sollte man ihn nicht verteufeln”, bricht auch der „unschuldige” Sünder Witeczek eine Lanze für die westfälische Speerspitze.

Die Samthandschuhe für ein Wiedersehen wollte der 33-Jährige am Freitag aber nicht einpacken. „Hans Meyer wird seinen Weg gehen und mich nicht aufstellen”, glaubte Witeczek.

Vor dem Abschlusstraining. Nachher musste er sein Glaubensbekenntnis - „Der Trainer wird nicht über seinen Schatten springen” - revidieren: Der „Oldie” übernimmt heute die Eberl-Position, Peer Kluges ordnende Hand ist im Mittelfeld gefragt, vorne darf anders als auf Schalke Lawrence Aidoo statt Bernd Korzynietz beginnen.

Erinnerung Nr. 3: „Mein Glücksspiel”, scherzt Peter Nielsen. Beim 1:3 im Westfalenstadion brach sich der ehemalige Borusse das Bein. Dass einer seiner ehemaligen Kollegen daran noch denkt, glaubt er nicht.

„Dazu ist zu viel passiert. Außerdem sollen sie sich auf Fußball konzentrieren”, appelliert der zum FC Kopenhagen zurückgekehrte Däne an die harte, aber professionelle Einstellung der „alten Kameraden”. Auch dass die Dortmunder oder der Beinbruchbeteiligte Jan Koller sich damals nicht bei ihm gemeldet haben, stört ihn nicht: „Es war doch eh sehr unglücklich passiert.”

Zurückmelden können sich die Borussen, die vom Niederrhein, mit einem Erfolg in Dortmund. Gerade nach der „Enttäuschung” in Schalke: „Es wird diese Saison mehr von uns erwartet, wir Spieler aber erwarten auch mehr von uns”, sagt Steffen Korell.

Die „Bonus-Punkte” in Gelsenkirchen habe man liegengelassen, die in Dortmund wolle man unbedingt holen: „Dafür werden wir alles tun.”