1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Dortmund: Es sieht wieder nach Fußball aus

Dortmund : Es sieht wieder nach Fußball aus

Wenn es in diesen Tagen nicht unmoralisch wäre, im Zusammenhang mit der Fußball-Bundesliga Wetten anzubieten, könnte man einen ganz sicheren Tipp geben.

Borussia Mönchengladbach wird nicht absteigen in die Niederungen der Zweitklassigkeit!

Nimmt der Betrachter nur die beiden ersten Auftritte des Jahres gegen Bielefeld und in Dortmund als Maßstab, mag man ihm den Vorwurf machen, eine rosarote Brille zu tragen, nicht genügend Distanz zur Borussia zu wahren.

Es waren mäßige Leistungen: Recht sicher in der Abwehr, bis auf die erste Halbzeit beim 1:1 am Samstag in Dortmund gut gestaffelt im Mittelfeld, aber ohne Esprit nach vorne; erstklassiger Fußball sieht anders aus.

Und dennoch: Es scheint etwas zusammenzuwachsen, was für Furore sorgen kann. Die Qualität der von Trainer Dick Advocaat geforderten und von Sport-Direktor Christian Hochstätter verpflichteten Zugänge ist längst sichtbar. Es sieht wieder nach Fußball aus, was die Borussia auf dem Rasen präsentiert!

Der Chef heißt Thijs

Ein Griff in die Phrasen-Kiste sei erlaubt. „Natürlich ist noch nicht alles Gold, was glänzt”, sagt Torschütze Peer Kluge, einer der wenigen „Alt-Borussen”, die noch einen Stammplatz haben.

„In der Defensive stehen wir schon gut, und spielerisch werden wir noch besser”, weiß der von der linken auf die rechte Seite versetzte Mittelfeld-Akteur.

Kluge am nächsten auf dem Platz ist Bernd Thijs, der zentral vor der Abwehr schon jetzt der Chef im Team ist. Seine Spielweise, seine Körpersprache erinnern an den jungen Matthias Sammer - der Rotschopf sowieso. Der 26-jährige Belgier steht für die Qualität der neuen Borussia - auch wenn erst zwei Spiele der Rückrunde absolviert sind.

Und das nächste ist nicht nur das schwerste, sondern auch das wichtigste. Sonntag gegen Freiburg, „das müssen wir gewinnen, das ist wichtig”.

Dick Advocaats Gedanken gingen schnell in die nahe Zukunft, der Auftritt in Dortmund ließ sich ganz schnell analysieren. „In der ersten Halbzeit hat der BVB das Spiel kontrolliert, da war ich nicht zufrieden mit dem Mittelfeld.

Nach dem Wechsel haben wir viel enger, kompakter gestanden”, verteilte der Trainer ein Lob an sein Team, das sich wie nach einem Sieg feiern ließ.

Dabei hätte Gladbach die nach ihrem Auftaktsieg in Wolfsburg als wahre Euphoriker angetretenen Dortmunder fast schon besiegen müssen. So einfach wars noch nie.

Die Ansprüche gehen nach oben, mit Elber sowieso. Doch erst einmal soll, muss gegen Freiburg gepunktet werden. Der starke, allein fußballerisch verbesserungsfähige Torwart Kasey Keller zu einem möglichen Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Rückrundenspielen: „Fantastic.”