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Mönchengladbach: Es brodelt im Borussia-Park

Mönchengladbach : Es brodelt im Borussia-Park

Die Frage musste nicht gestellt werden. Weil die Antwort ohnehin jeder kennt: „Nein, bei uns gibt es keine Trainerdiskussion. Nein, bei uns gibt es keine Unruhe.”

Natürlich nicht. Und weil unsere Zeitung keine offensichtlichen (Not-)Lügen transportiert, wurden Präsident Rolf Königs, Geschäftsführer Stephan Schippers und Manager Peter Pander gar nicht erst mit den Fragen konfrontiert...

Natürlich herrscht bei Borussia Mönchengladbach Unruhe, die Trainer Horst Köppel vor dem Derby in der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Köln am Samstag allerdings so umschreibt: „Wir sind alle unzufrieden.” Unzufrieden also. Mit den Darbietungen zuletzt, mit der Punktausbeute (in der Rückrundentabelle ist Gladbach Letzter), mit der Entwicklung. Es braut sich was zusammen.

Ein Blick zurück: Nach der desolaten Leistung beim Hinspiel in Köln und in der ersten Halbzeit gegen Bremen vier Tage später waren die Stunden von Horst Köppel als Trainer gezählt. Doch Fußball ist nicht berechenbar, und mit dem Kraftakt in Halbzeit 2, dem Sieg und der anschließenden Erfolgsserie schienen sich die Wogen geglättet zu haben. Oberflächlich betrachtet, denn die Ansprüche in der Vereinsspitze sind mächtig gestiegen. Wirtschaftlich ist die Borussia prima aufgestellt - da hinkt die sportliche Abteilung hinterher. Besonders im Blickpunkt hier: der Cheftrainer.

Köppel hat letzte Saison den Klassenerhalt geschafft und der Mannschaft wieder so etwas wie Teamgeist eingehaucht, dafür gebührt ihm Anerkennung. Aber ist eine Entwicklung festzustellen? Spielerisch? Taktisch? Nein, und dass die Borussia allen meist biederen Leistungen zum Trotz derzeit eher an einem Platz im Uefa-Cup schnuppert denn Abstiegsgefahr verspürt, spricht nicht gerade für die Klasse der Konkurrenz.

Das Derby: Mit einem Sieg hätte die Borussia den Klassenerhalt wohl in der Tasche, bei einem Unentschieden oder einer Niederlage würde die Unzufriedenheit zunehmen. Es würde unruhig, sehr unruhig werden. Und ungemütlich für den Trainer. Sein Zick-Zack-Kurs bei der Aufstellung in den letzten Wochen rundet das Bild ab, das auch dem Trainer Wohlgesonnene zeichnen: fehlende Entschlusskraft.

Immer wieder sind zudem bei Peter Panders Äußerungen kleine Spitzen zu vernehmen, dazu gesellen sich mosernde Reservisten (Daems, Sonck). Köppel nimmts (äußerlich) gelassen.„Ich will mich so vorbereiten, dass wir gewinnen. Alles andere interessiert mich nicht.” Noch nicht.

Personelles: Gegen Köln fehlt neben dem gesperrten Polanski auch Oude Kamphuis (Fußverletzung/acht Tage Pause). Jansen kehrt ins Team zurück, Sonck dürfte für Kahê neben Neuville stürmen.