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Aachen: „Eines der wichtigsten Spiele der Saison”

Aachen : „Eines der wichtigsten Spiele der Saison”

Viel zu feiern gab es bislang nicht für die Spieler der Alemannia, und auch der Druck auf Trainer Peter Hyballa ist gewachsen. „Ich bin noch ein bisschen heißer auf den Sieg gegen Cottbus als ihr”, meinte der 35-Jährige bei seinem Besuch bei der Fan-IG. „Sonst kann ich mir demnächst eine Eintrittskarte kaufen, um auf den Tivoli zu kommen.”

Ganz so dramatisch dürfte die Situation zwar noch nicht sein, doch die Mannschaft dürstet nach vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge danach, endlich etwas Zählbares in die Hände zu bekommen.

„Wir wollen unbedingt die drei Punkte hierbehalten, es wird langsam Zeit”, meint auch Shervin Radjabali-Fardi, der die Begegnung gegen Cottbus schon als „eine der wichtigsten der gesamten Saison” sieht.

Den „Fehlstart kann man nicht schönreden”, meint der 20-jährige Linksfuß, „aber von Krise will ich momentan noch nicht reden”. Dabei seien die fehlenden (positiven) Ergebnisse nicht nur durch die Fehler in der Viererkette zustande gekommen, von denen sich „Radja” selbst nicht ausnimmt: „Wenn ich nicht vorher ausrutsche, gibt es auf St. Pauli keinen Elfmeter.” Doch unter dem Strich gingen die bislang neun Gegentore - Pokalspiel in Karlsruhe inklusive - auf das Konto der gesamten Mannschaft. „Schon letzte Saison ist immer auf die Viererkette eingeschlagen worden, aber die war es auch nicht alleine schuld.”

Laut hat Trainer Peter Hyballa im Vorfeld nur über die personellen Alternativen Reinhold Yabo oder Anouar Hadouir nachgedacht, wobei Letzterem aber noch die Kondition für ein komplettes Spiel abgeht. Vom offensiven Spiel will Hyballa aber nicht ablassen: „Ich werde mich nicht beirren lassen auf dem Weg, den wir hier eingeschlagen haben.”

Folgt man den Trainingseindrücken, könnte der 35-Jährige allerdings darüber nachdenken, auch die über die Außenpositionen angriffsstarken Gäste mit einem 4-3-3-System ins Nachdenken zu bringen. Da Claus-Dieter „Pele” Wollitz seiner Mannschaft ebenfalls eine offensive Ausrichtung verordnet hat, lautet die Grundidee für Ligaspiel Nummer vier, die Cottbuser etwas mehr kommen zu lassen, um dann nach Balleroberung den Spieß umzudrehen.

Dies könnte auch eine Chance für Timo Achenbach bedeuten, als Linksverteidiger wieder in die Startelf zu rutschen. Mit Radjabali-Fardi und Alper Uludug wäre dann zumindest auf der linken Angriffsseite ein sowohl spielstarkes als auch in der Balleroberung erfolgreiches Pärchen gefunden.

Trotz des noch fehlenden Erfolgserlebnisses hat der Trainer nach eigener Aussage bislang ruhigere Momente auf der Ersatzbank erlebt als noch in seiner Premieren-Saison im „Senioren”-Fußball mit der jungen Truppe: „Letztes Jahr haben wir viel häufiger diesen Draufgänger-Fußball praktiziert”, erinnert sich Peter Hyballa. „Ich muss sagen, da hatte ich öfter mal Angst als jetzt.”

Kurzfristig wurde der Trainingsplan von Energie Cottbus durch Trainer Claus-Dieter Wollitz über den Haufen geworfen. Der 46-Jährige setzte am Donnerstag eine Sondereinheit mit Standardsituationen auf den Wochenplan der Profis.

Gegen 1860 München mussten die Lausitzer nach einem relativ harmlosen Freistoß den Rückstand hinnehmen und hinterherlaufen. Unter dem Strich stand schließlich eine 0:5-Klatsche.

„Wir haben uns selbst unter Druck gebracht, nicht wegen der Niederlage, sondern wegen der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist”, meinte Wollitz und feilte mit seinem Kader sowohl am Offensiv- als auch am Defensivverhalten nach Standardsituationen.

Verletzt fällt für das Gastspiel am Tivoli lediglich Markus Brzenska aus. Vor der Saison musste Energie Cottbus allerdings einen ähnlichen Aderlass hinnehmen wie die Alemannia: Neben Top-Torjäger Nils Petersen verließen auch Stürmer Emil Jula und Jiayi Shao den Verein.