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Köln: Eine „Lauschrunde” mit sportlichen Auswirkungen

Köln : Eine „Lauschrunde” mit sportlichen Auswirkungen

Es hat sich nicht viel geändert. Doch seit einigen Wochen läuft es plötzlich beim 1. FC Köln. Ein gutes Jahr ist Christoph Daum zurück in der Stadt, und nach Monaten der Enttäuschungen, Pleiten und Peinlichkeiten zeigt die Arbeit des Trainers Erfolg.

Und am Freitagabend (18 Uhr) hat seine Mannschaft im Spiel beim FSV Mainz 05 erstmals seit langem die Chance, aus eigener Kraft einen der erstrebten Aufstiegsplätze zu erklimmen.

Offenbar hat man beim 1. FC Köln einige Zeit gebraucht, um Selbstvertrauen und Teamgeist in die Balance zu bekommen. „Dieser Prozess hat für uns überraschend lange gedauert”, räumt Manager Michael Meier ein. „Der Schlüssel zu dieser Entwicklung”, sagt Daum, „ist das Wir-Gefühl”, das sein Kader entdeckt habe.

Und um das zu erreichen, hat der 54-Jährige zu wenigen ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen. So gehört mittlerweile eine „Lauschrunde” (Daum) abends vor dem Spieltag zum festen Bestandteil der Vorbereitung. „Da will ich erfahren, was die Spieler fühlen, wie sie denken”, erklärt er. Ein ganzheitlicher Ansatz.

In dieses Bild passten auch die beiden Tage vor dem 2:0-Sieg in Hoffenheim. Dem Auftritt, der im FC-Lager als Durchbruch gefeiert wurde. Für diese Zeit hatte Daum Thomas Schlechter engagiert. „Die richtigen Fragen zu stellen, ist manchmal Gold wert”, lobte der Trainer die Gespräche des Therapeuten mit den Spielern. „Wir haben da einen sehr, sehr guten Doppelpass gespielt.” Schlechter war für die Dinge außerhalb des Dunstkreises Fußball zuständig, Daum für den Fachbereich.

Dass diese Basis tragfähig ist, wollen die Kölner in Mainz beweisen. „Das ist ein Spiel, in dem du etwas gewinnen kannst”, sagt der Trainer. „Das ist als Gradmesser genau das richtige in unserer Situation.” Doch die drei Siege in Folge haben den Blick für das Wesentliche nicht getrübt. „Wir wollen die Erfolgsstory fortschreiben. Aber das geht nur, wenn wir weiterhin mit dieser Begeisterung, dieser Leidenschaft spielen. Wenn das stimmt, werden wir auch in Mainz Punkte einfahren.”

Dabei wird Kevin McKenna auf dem Platz die Chefrolle für den verletzten Matthias Scherz einnehmen. Für den Kapitän wird wohl Thomas Broich in die Startelf rücken. „Er war sofort da, hat sich nahtlos eingefügt und Verantwortung übernommen”, lobte Daum den eigenwilligen Mittelfeldspieler nach seiner Einwechslung im Augsburg-Spiel. „Solche Spieler braucht der 1. FC Köln.”

Mit Teamgeist und der Torfabrik Helmes/Novakovic soll die Aufgabe Mainz gelöst werden. Und auf das Understatement seines FSV-Kollegen Jürgen Klopp reagierte Daum mit neuem Selbstbewusstsein. „Wir nehmen die Favoritenrolle an.”