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Mainz/Mönchengladbach: Eine „brutale Lehrzeit” bei der Borussia

Mainz/Mönchengladbach : Eine „brutale Lehrzeit” bei der Borussia

Die Antwort war fast zu erwarten: „Die drei Mannschaften, die über dem Strich stehen.” Dimo Wache, Torhüter des Fußball-Zweitligisten FSV Mainz 05, will sich nicht festlegen auf die drei Aufsteiger am Ende der Saison, denn: „Ich bin keiner, der ´was raus posaunt, da wird sich noch so viel tun an den 15 letzten Spieltagen.”

Vor dem Top-Spiel des 20. Spieltags zwischen Borussia Mönchengladbach und Mainz 05 am Montag (20.15) im Borussia-Park sprach unser Redakteur Heribert Förster mit dem Rekordspieler des FSV und ehemaligen Mönchengladbacher Profi, der von 1992 bis 1995 am Bökelberg als Nr. 2 hinter Uwe Kamps die Ersatzbank gedrückt hat.

Vor dem Hinspiel zog sich der 34-Jährige Bänderrisse in der Schulter und eine knöcherne Verletzung zu, musste operiert werden. Beim Rückspiel könnte er erstmals wieder zum Kader gehören und auf der Bank Platz nehmen.

Welche Erinnerung haben Sie noch an die Borussia, an Mönchengladbach?

Wache: Viele gute, es war ja meine erste Station als Profi, ich habe den Pokalsieg miterlebt. Aber es war auch eine brutale Lehrzeit.

Brutal, weil Sie nicht spielen durften?

Wache: Ich bin als 19-Jähriger zur Borussia gekommen und habe mich damals nicht so verhalten, dass ich das Recht gehabt hätte zu spielen...

Sie hatten mit Jörg Neun und Stefan Effenberg ja auch ganz gute „Lehrmeis- ter”...

Wache: Ich habe damals eben alles mitgenommen.

Und ab wann haben Sie sich professioneller verhalten?

Wache: Das war, als meine Zeit in Gladbach trotz des noch laufenden Vertrags abgelaufen war. Da habe ich mich auf das besonnen, was ich als Profifußballer machen musste.

Gibt es noch Kontakte nach Mönchengladbach?

Wache: Mit dem heutigen Torwarttrainer Uwe Kamps habe ich mich damals schon gut verstanden und auch mit Uwe Gospodarek habe ich diese Woche noch telefoniert. Wir beide haben früher gemeinsam die U-Nationalmannschaften durchlaufen.

Mönchengladbach, Köln, Mainz und Freiburg, die Top-Teams der Liga nach der Hinrunde, sind alle schlecht in die Rückserie gestartet. Haben Sie eine Erklärung?

Wache: Nein, und wenn ich nicht selbst spiele und die Mannschaft nur aus der Ferne betrachte, dann halte ich mich auch zurück mit Beurteilungen. Aber es kommt oft nur auf Kleinigkeiten an. Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und alles abrufen, ist definitiv alles möglich.

Kommen schon einmal Gedanken an die drei so knapp verpassten Aufstiege 1997, 2002 und 2003 hoch?

Wache: Das ist ein Teil unserer Geschichte. Ich bin der Einzige im Team, der alles mitgemacht hat. Aber durch den Aufstieg 2004 sind die drei verpassten Aufstiege ins Hintertreffen gerückt.

Sie haben ihren Vertrag bis 2010 verlängert und sind trotz diverser Angebote seit 1995 immer Mainzer geblieben?

Wache: Ja, es gab immer wieder mal Angebote, aber es hat auch immer was dagegengesprochen, zu wechseln. Und jetzt haben wir gebaut in Mainz, ich habe ein Sportgeschäft, das sind Dinge, die man immer berücksichtigen muss.

In einem Fragebogen haben Sie einmal als größten Wunsch geäußert: bis zum Ende meiner Karriere verletzungsfrei bleiben.

Wache: Inzwischen habe ich aber schon einige schwere Verletzungen erlebt, so dass ich jetzt sagen kann: Ich habe die Schnauze voll.

Sie haben nur die beiden ersten Saisonspiele absolviert, dann hat sie eine Schulterverletzung außer Gefecht gesetzt. Wie geht es Ihnen?

Wache: Sehr gut, ich kann nicht klagen. Der Heilungsprozess ist schneller verlaufen als ich gedacht habe, ich fühle mich fit.

Sind sie denn am Montag in Mönchengladbach dabei?

Wache: Gehen Sie davon aus, dass ich in Mönchengladbach bin.