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Köln: Ein Verein auf der Suche nach einem Führungsgespann

Köln : Ein Verein auf der Suche nach einem Führungsgespann

Am Sonntagnachmittag trafen sich die Gesellschafterversammlung und die Führungsspitze des 1. FC Köln am Geißbockheim und analysierten die Situation, die in sämtlichen Planungen eigentlich nicht vorgesehen war: Der Abstieg aus dem Fußball-Oberhaus - und die damit verbundenen Konsequenzen.

Der Verein ist mit seiner drückenden Schuldenlast alles andere als auf Rosen gebettet, der Rauswurf aus der Eliteliga wird weitere harte Einschnitte nötig machen. „Ein Schnitt in diesem Kader ist dringend nötig”, meinte Frank Schaefer, der dem Verein in der Zweiten Bundesliga zwar nicht von der Trainerbank aus, aber „von entscheidender Stelle” zur Verfügung stehen wird.

„Wir verlieren durch den Abstieg 30 Prozent unseres Umsatzes”, hatte Geschäftsführer Claus Horstmann erklärt - und dementsprechend spitz wird der Stift sein, mit dem man die notwendigen Rechenaufgaben erledigen muss.Beim bisherigen Kader fallen einige Entscheidungen von allein: Der ausgeliehene Henrique Sereno wird nach Porto zurückkehren, Petit und Ammar Jemal sind bereits verabschiedet. Torwart Michael Rensing, trotz der 75 Gegentreffer neben Lukas Podolski der einzige Lichtblick dieser desolaten Spielzeit, wird wohl ebenso wenig zu halten sein wie Pedro Geromel, an dem Bayer Leverkusen Interesse haben soll. Sascha Riether konnte die in ihn gesetzten Erwartungen kaum erfüllen, Kevin Pezzoni, bereits in der Winterpause wechselwillig, wird den Verein wohl ebenfalls verlassen dürfen.

Wesentlich spannender dürfte die Frage sein, wer in der anstehenden Spielzeit den Geißbock-Klub als Sportdirektor und Trainer führen wird. „Wir brauchen eine Doppelspitze mit Kompetenz und Teamfähigkeit” hat Horstmann nach den Erfahrungen mit dem Rosenkrieg zwischen Volker Finke und Stale Solbakken ausgegeben. Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke soll zwar der Wunschkandidat sein, seine Verpflichtung erscheint jedoch mehr Traum als Realität. Zudem hat der 48-Jährige erklärt, in den kommenden Wochen keinesfalls zur Verfügung zu stehen. Weitaus realistischer erscheint dagegen die Verpflichtung des Fürther Aufstiegsgespanns Mike Büskens (Trainer) und Rachid Azzouzi (Manager). Büskens macht seit geraumer Zeit keinen Hehl aus seinem Wunsch, wieder näher bei seiner in Gelsenkirchen wohnenden Familie zu sein.

„Spätestens am Donnerstag ist es geklärt”, sagte Büskens, der seiner Familie keine Entscheidung „zwischen Tür und Angel” zumuten wollte. „Ich konnte die letzten Tage dazu nutzen, mir einen Überblick zu verschaffen.”

Dass der frühere Schalker Spieler erfolgreich und vertrauensvoll mit seinem Sportdirektor zusammenarbeiten kann, hat die letzte Saison bei den „Kleeblättern” eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zudem werden immer noch Holger Stanislawski (zuletzt Hoffenheim) und Jos Luhukay, der seine Arbeit beim FC Augsburg beendet hat, als Kandidaten für das Traineramt am Geißbockheim gehandelt. In diesem Fall könnte Interimstrainer Frank Schaefer dann die Rolle des Sportdirektors übernehmen.