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Düren: Ein Strahlemann und Monsterblocker

Düren : Ein Strahlemann und Monsterblocker

Es schüttet aus Kübeln vom bleigrauen Himmel herunter, die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Dezember-Wetter halt in Deutschland. Und es gibt schönere Orte, an denen man sich zu sein wünscht, als Düren. Die Copacabana zum Beispiel, der sagenumwobene Strand von Rio de Janeiro. Luiz Carvalho Roque ist dort groß geworden und bekennender „Beachboy”.

„Am liebsten gehe ich mit Freunden zum Strand”, gesteht der Brasilianer. Stattdessen aber sitzt er in der Geschäftsstelle des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren und - strahlt! Sein Gesicht scheint nur noch aus zwei Reihen schneeweißer Zähne zu bestehen. Gute Miene zum bösen Wetter? Hat der 25-Jährige gelernt, seine Depression hinter dieser Lach-Offensive zu verstecken? „Mein Spitzname ist sorriso (portugiesisch für Lächeln)”, widerspricht Roque. „Den haben mir Freunde schon verpasst, als ich erst zwölf war.”

Also keine verkaufsfördernde Maßnahme à la Roberto Blanco: Luiz Carvalho Roque ist authentisch. Das Lachen spiegelt seine Seele wider. „Es kommt von innen heraus, Luiz ist er selbst”, beschreibt Trainer Bernd Werscheck seinen Strahlemann. Die Außenwirkung ist frappierend. Wenn er wie beim Heimsieg in der Champions League gegen Wien nach einem seiner Monsterblocks den Blickkontakt mit den Zuschauern sucht, rast das Publikum.

Wenn die Mannschaftsbesprechung gar zu ernst wird und der Mann aus Rio seine Zähne zeigt, zieht kollektive Heiterkeit ein. „Das ist einfach ansteckend. Er ist extrem freundlich, intelligent und weiß, wie es wirkt”, sagt Werscheck. „Er ist ein absolut positiver Typ.”