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Aachen: Ein Gutachten soll Daniel Gomez weiter entlasten

Aachen : Ein Gutachten soll Daniel Gomez weiter entlasten

Die Mannschaft trainiert fernab, Daniel Gomez dagegen hält sich beim niederländischen Zweitligisten MVV Maastricht fit. Vielleicht entscheidet sich sein berufliches Schicksal schon am Donners´tag vor dem DFB-Sportgericht.

Dort ist der Franzose ab 19.30 Uhr angeklagt wegen eines Doping-Vergehens. Beim inzwischen suspendierten Stürmer war nach der gewonnenen Partie gegen Arminia Bielefeld bei einem Test die Substanz Depot-Medrol-Lidokain festgestellt worden.

Chefankläger Horst Hilpert geht zwei Fragen nach. Erstens: Auf welche Art und Weise hat der Profi das Mittel eingenommen. Schon die erste Beweisaufnahme hat Gomez in diesem Punkt weitgehend entlastet.

Der behandelnde Arzt, den Gomez aufgesucht hatte, ohne seinen Arbeitgeber darüber zu informieren, hat schriftlich mitgeteilt, dass er das Medikament lediglich in den Muskelansatz und nicht in den Muskel gespritzt habe. Das wäre auch nach den DFB-Statuten ein zulässiges Verfahren.

„Wir werden darlegen, dass im technischen Sinne kein Dopingvergehen vorliegt”, sagt Gomez-Anwalt Martin Hissel.

Das Sportgericht hat es nicht bei der schriftlichen Aussage von Dr. Benoit Sosson, Vereinsarzt bei Excelsior Virton, belassen, und hat den Mediziner für heute vorgeladen. Bleibt noch die Frage der Dosis. Soisson will den Wirkstoff in einer Dosis von zwei mal 40 Milligramm verabreicht haben.

Vor Gericht ist nun zu klären, ob die Menge angebracht oder doch überdosiert war, um leistungsfördernde Wirkung zu erzielen.

Alemannia Aachens Rechtsvertreter Helmut Reitz hat in der Zwischenzeit einen Gutachter an Land gezogen, der sich gerade mit dieser Frage beschäftigt. Prof. Dr. Dirk Kieback, Leiter der Universitätsklinik Maastricht, gilt als Koryphäe.

Der renommierte Mediziner jedenfalls kommt in seiner Expertise zu dem Schluss, dass die Anwendung durchaus medizinisch indiziert gewesen sei. Leistungssteigernde Effekte seien zudem nur bei langfristiger Anwendung zu erzielen.

Für Reitz und Alemannia liegt im Fall Gomez nur ein formaler Verstoß vor, weil der 24-Jährige die Medikamentation vorschriftswidrig nicht auf dem Spielberichtsbogen angegeben hatte. Inzwischen ist auch nicht mehr ausgeschlossen, dass der „Sünder” bei Alemannia wieder „begnadigt” und aufgenommen wird.

Seit dem ersten Verhandlungstag am 18. Dezember ist Gomez vorläufig gesperrt. Aachen kann aber nur - in einem späteren Verfahren - mit Punktabzug bestraft werden, wenn Gomez am Donnerstag als Doping-Sünder verurteilt würde.

So beginnt für den „wahren Tabellenführer” (Trainer Berger) schon jetzt die Rückrunde.