Freiburg: „Ein ganz dummes und überflüssiges Tor”

Freiburg: „Ein ganz dummes und überflüssiges Tor”

Wirklich überraschend war es nicht, dass die Bundesligapartie zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach mit einem 1:0 endete. Schließlich ist dieses Ergebnis fast der Standard bei Spielen mit Gladbacher Beteiligung, mittlerweile zum fünften Mal in Folge.

Wenn etwas überraschte, dann allenfalls die Tatsache, dass das Tor des Tages nicht von den Borussen, sondern den Freiburgern erzielt wurde.

Wobei der letztlich entscheidende Treffer von Johannes Flum in der 19. Minute ohne tatkräftige Unterstützung der Gladbacher Borussen nicht gefallen wäre. Thorben Marx lenkte den eher harmlosen Schuss des Freiburger Mittelfeldspielers unhaltbar für Torwart Marc-André ter Stegen ab. „Ein ganz dummes und überflüssiges Tor”, ärgerte sich ter Stegen, der nach drei Spielen ohne Gegentreffer mal wieder einen Ball aus dem Netz holen musste.

Darüber hinaus ließen die Borussen wie gewohnt kaum etwas zu. Im ersten Durchgang fehlte allerdings die letzte Griffigkeit, was jedoch nichts mit der Umstellung in der Abwehr zu tun hatte, die Borussias Trainer Lucien Favre vornehmen musste. Linksverteidiger und Kapitän Filip Daems fiel kurzfristig verletzt aus, so dass Neuzugang Oscar Wendt zu seinem Debüt kam.

Ordentliches Debüt von Wendt

„Es fehlten vielleicht ein paar Prozent im physischen Bereich und ein paar im Timing, doch das kommt automatisch bei mehr Spielpraxis”, sagte der schwedische Nationalspieler, der vor der Saison aus Dänemark an den Niederrhein gewechselt war und nach etwas stockendem Beginn in Freiburg ordentlich spielte. „Die dänische Liga ist zwar nicht gleichzusetzen mit der Bundesliga, aber nervös bin ich bei anderen Sachen”, zeigte sich der 25-Jährige durchaus selbstbewusst.

Nervosität war bei Wendt und seinen Kollegen keine vorhanden, doch es mangelte an der letzten Entschlossenheit, um sich gegen die aufopferungsvoll arbeitenden Freiburger entscheidend durchzusetzen. „Freiburg war am Anfang präsenter bei der Balleroberung und hat schneller gespielt„, räumte Borussias Trainer Lucien Favre ein. „In der zweiten Halbzeit waren wir besser, hatten definitiv mehr Torchancen.”

Doch wie schon zuletzt mehrfach beobachtet, ließen die Gladbacher beste Möglichkeiten ungenutzt. Igor de Camargo, Raúl Bobadilla und vor allem Marko Reus, der zumindest unverletzt blieb und seine Reise zur Nationalmannschaft antreten kann, vergaben Chancen zum verdienten Ausgleich.

„Es hat nicht geklappt, das müssen wir akzeptieren”, sagte Lucien Favre, der nicht den Eindruck hinterließ, als ob ihn die zweite Saisonniederlage wirklich getroffen hätte. „Natürlich ärgere ich mich, dass wir in Freiburg verloren haben. Aber wir müssen realistisch bleiben.”

Der formidable Saisonstart des Fast-Absteigers des Vorjahrs führt zu einer Erwartungshaltung, der der Schweizer nicht folgen mag. „Einige erwarten definitiv zu viel”, sagte Favre. „Meine Ansicht, dass es eine schwere Saison wird, hat sich in Freiburg bestätigt.”

Was bei oberflächlicher Betrachtung als kalkuliertes Understatement durchgehen könnte, ist für Lucien Favre schlichtweg eine Tatsache. „Die 16 Punkte aus acht Spielen sind sicher nicht unverdient zustande gekommen. Aber wir spielen schon mehr als das Maximum. Es gibt einfach Grenzen.”

Und so ist die Niederlage im Breisgau für die Gladbacher kein wirklicher Beinbruch, und selbst der dritte Tabellenplatz konnte gehalten werden, weil die Teams ganz oben allesamt nicht gewinnen konnten.

„Aufarbeiten, abhaken, und dann geht der Blick wieder nach vorne”, gab der österreichische Innenverteidiger Martin Stranzl die pragmatische Losung für die kommenden Tage aus. „Es wäre schlecht, wenn uns diese Niederlage gleich aus der Bahn werfen würde.”

Für Schiri-Beobachter Striegel ist das 1:0 irregulär

Eugen Striegel, Mitglied der DFB-Schiedsrichter-Kommission, saß in Freiburg als Schiedsrichter-Beobachter auf der Tribüne und schreibt in einer Kolumne für die Agentur dapd: „Das Tor von Joachim Flum hätte nicht anerkannt werden sollen. Obwohl sein Schuss abgefälscht wurde, stand Cedrick Makiadi im Abseits. Freiburgs Nr. 7 griff zwar nicht direkt ins Spielgeschehen ein, stand aber in der Flugbahn des Balles und nahm Gladbachs Torhüter die Sicht. Makiadi sorgte so für eine Beeinträchtigung der Sicht des Torwarts, so dass aus der passiven eine aktive Abseitsstellung wurde. Der Treffer hätte nicht anerkannt werden sollen.”