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Stuttgart: Dirk Lottner: „Trainerwechsel würde doch gar nichts bringen”

Stuttgart : Dirk Lottner: „Trainerwechsel würde doch gar nichts bringen”

Es ist der 7. Spieltag, und doch steht schon so etwas wie ein Endspiel für den 1. FC Köln an. Zumindest fürdessen Trainer Friedhelm Funkel, denn der darf am Samstag beim souveränen Tabellenführer VfB Stuttgart nicht verlieren.

Die Aufgabe ist nicht so richtig einfach, zumal Andrej Voronin (Wasser im Knie) und Carsten Cullmann (Muskelverletzung) ausfallen. AZ-Redakteur Günter Kirschbaum sprach darüber mit FC-Kapitän Dirk Lottner.

Sieben Spiele, sechs Niederlagen, Tabellenplatz 18. Machen Sie sich große Sorgen um den 1. FC Köln?

Lottner: Klar macht man sich Gedanken über die Situation, in der wir stecken. Vor allem auch nach dem schlechten Spiel gegen Bremen. Aber wir sind stark genug, den Klassenerhalt zu schaffen.

Hat die schlimme Leistung vom letzten Samstag die Mannschaft nicht völlig verunsichert?

Lottner: Das glaube ich nicht. Wir wissen, was wir können und glauben an uns.

Die letzten Tage waren für alle FC-Profis wohl nicht sehr angenehm...

Lottner: Das waren extrem unangenehme Tage. Wir haben versucht, das zu verdrängen. Auch deshalb sind wir ja noch einen Tag früher als sonst ins Trainingslager gefahren, um den Kopf frei zu kriegen und uns noch mehr auf das Spiel in Stuttgart zu konzentrieren.

Hat Ihr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mannschaft nicht einen Knacks bekommen, als Sie den Stuttgarter 2:1-Erfolg über ManU sahen?

Lottner: Ich habe sehr, sehr starke Stuttgarter gesehen, die vor allem in der Defensive überragend waren. Die Mannschaft stand sehr kompakt, jeder hat jedem geholfen.

Nach dieser Demonstration schwäbischer Fußballkunst erwarten doch fast alle, dass der FC am Neckar eine Packung bezieht...

Lottner: Das stimmt schon. Aber das war vor dem Spiel gegen Dortmund genau so. Da hatte uns auch keiner einen Sieg zugetraut. Wenn wir es schaffen - so wie Stuttgart am Mittwoch - kompakt zu stehen, und als Mannschaft aufzutreten, in der jeder jedem hilft, haben wir eine realistische Chance zu punkten.

Glauben Sie tatsächlich kurzfristig an eine Wende zum Besseren?

Lottner: Wir wir das nicht glauben würden, könnten wir den Sack gleich zumachen. Gerade in unserem Abstiegsjahr hat man doch gesehen, dass man einfach nicht zu früh aufgeben darf. Und es ist bisher doch noch gar nichts passiert.

Es sind gerade mal sieben Spiele gelaufen. Aber natürlich ist es schon deprimierend von sieben Spielen sechs zu verlieren, zumal die Leistung abgesehen von den Partien bei 1860 und gegen Werder immer stimmte.

Schmerzt es nicht besonders, viermal gut gespielt und dennoch verloren zu haben?

Lottner: In den ersten Spielen mussten wir viel Lehrgeld zahlen. Da waren wir einfach zu naiv. Aber die ganz wichtigen Spiele für kommen erst noch. Da muss es sich zeigen, was wirklich in der Mannschaft steckt.

Die Verletzungsserie bei FC reißt einfach nicht ab. Jetzt fallen Carsten Cullmann und Andrej Voronin aus.

Lottner: Das ist dem Ganzen sicherlich nicht gerade förderlich. Gerade die Spieler, die der Verein neu verpflichtet hat und die Mannschaft verstärken sollten, fallen oft aus.

Das fing schon in der Vorbereitung an, als sich Jörg Heinrich am zweiten Trainingstag verletzte, und setzte sich mit Mustafa Dogan, Sebastian Schindzielorz und jetzt eben Voronin fort. Aber es bringt nichts, sich deshalb selbst zu bedauern.

Das Thema vor dem Spiel beim VfB ist ein Rauswurf von Friedhelm Funkel bei einer Niederlage. Macht sich das intern bemerkbar?

Lottner: Nein, wir wissen, was wir an unserem Trainer haben und was auf dem Spiel steht.

Und das Verhältnis Funkel zur Mannschaft ist immer noch gut?

Lottner: Es weiß doch jeder, dass wir ein sehr gutes Verhältnis zu ihm haben.

Ein Trainerwechsel würde doch jetzt gar nichts bringen. Friedhelm Funkel hat sich oft vor die Mannschaft gestellt, wenn wir schlecht gespielt hatten. Ich hoffe, wir können unserem Trainer jetzt etwas zurück geben.