1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: „Dieser Trainer ist ein Glücksfall für mich”

Köln : „Dieser Trainer ist ein Glücksfall für mich”

Von den Wänden des Geißbockheims prangen die Fotos Kölner Ikonen wie Hans Schäfer, Wolfgang Overath, Karl-Heinz Thielen, Hannes Löhr oder Meistertrainer Hennes Weisweiler.

An einem der Tische des FC-Clubhauses absolviert Lukas Podolski schon routiniert einige PR-Termine. Das 18-jährige Stürmertalent des 1. FC Köln rückt zusehends in den Focus der Öffentlichkeit.

„Wenn Lukas auf dem Boden bleibt und nicht abhebt, dann kann er mal ein ganz Großer werden”, hat ihm Abwehrchef Thomas Cichon mit in den Weihnachtsurlaub gegeben. Doch da wittert der Trainer überhaupt keine Gefahr. „Podolski ist ein gesunder Junge”, stellt Marcel Koller fest.

„Der schafft das körperlich und psychisch.” In fünf Wochen aus der A-Jugend in nationale Elite: Das ist der Stoff, aus dem Bundesliga-Stars kreiert werden. Nicht Wenige in Köln halten Lukas Podolski für das größte Talent seit Pierre Littbarski.

Welches Potenzial der junge Angreifer in sich birgt, wird von Spiel zu Spiel deutlicher. Beim 3:0 (0:0) im letzten Hinrundenspiel gegen Hertha BSC schoss er das 2:0 selbst und ließ Nationalspieler wie Arne Friedrich und Marko Rehmer öfters alt aussehen. „Das hat Spaß gemacht”, kommentierte er seine Leistung trocken.

Weniger Freude dürfte Berlins Cheftrainer auf Probe, Andreas Thom, an diesem Abend am Rhein gehabt haben. Die Vorstellung der Hertha kostete den 38-Jährigen die Chance, dauerhaft Nachfolger von Huub Stevens zu werden. Manager Dieter Hoeneß entband Thom am Mittwoch von seinen Aufgaben und will am 3. Januar einen neuen Cheftrainer präsentieren.

Der steile Aufstieg des Lukas Podolski begann am 10. November. Zwei Tage nach der 0:4-Niederlage beim VfL Bochum, dem ersten Spiel unter Marcel Koller. Der Schweizer bestellte ihn in sein Büro, wo er ihm mitteilte, dass er mit den Profis ins Trainingslager nach Hennef fahren soll. „Das war ein unglaubliches Gefühl”, blickt er zurück. „Da wollte ich mich dann zeigen. Dieser Trainer ist für mich ein Glücksfall.”

„Will beim FC bleiben”

Was ja auch klappte. Seitdem gehörte er immer zur Startfelf. Als Partner von Andrej Voronin. „In der ukrainischen Nationalmannschaft spielt Schewtschenko neben ihm, hier ich”, kann er diesen Sprung selbst noch nicht so recht greifen. „Den Voronin kannte ich doch bis dahin nur aus dem Fernsehen oder von der Tribüne.”

Die sportliche Entwicklung hat auf seinen Tagesablauf nicht verändert. Für eine Freundin hat er eh „keine Zeit”, sein Bett steht immer noch bei den Eltnern in Bergheim und einen Führerschein hat er auch noch nicht. Und für das nächste Jahr hat er nur einen Wunsch: „Ich will weiter einen Stammplatz haben.”

Obwohl ein Profivertrag bisher noch kein Thema ist, würden ihn andere Vereine auch mit viel Geld nicht vom Rhein weglocken können. „Ich will beim FC bleiben”, sagt der gebürtige Pole. „Hier spiele ich seit der D-Jugend.” Für derzeit 1000 Euro monatlich plus Prämien - nicht einmal ein Almosen im bezahlten Fußball. Aber das wird sich sicher schnell ändern.