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Offenbach: Die Zeit der Schmerzen ist fast vorbei

Offenbach : Die Zeit der Schmerzen ist fast vorbei

Für Borussia Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay war es ein „Traum”, für seinen beinahe sprachlosen Offenbacher Kollegen Jörn Andersen „kein normales Spiel”. Mit 7:1 gewann die Borussia auf dem Bieberer Berg und hat drei Spieltage vor Saisonende Matchball im Aufstiegsrennen.

Mit einem Sieg am Mittwoch gegen den SV Wehen im Borussia-Park wäre die Borussia wieder erstklassig. „Die Mannschaft hat sich selbst belohnt”, sagt Luhukay. „Krönen wird sie sich noch.”

Begünstigt durch zwei Offenbacher Platzverweise für Aristide Bancé, der rüde Oliver Neuville umtrat (43.), und Moses Sichone, der Roel Brouwers mit einer Notbremse um einen Torerfolg brachte (48.), setzte die Borussia ein letztes beeindruckendes Zeichen in Richtung Konkurrenz. Zudem war die Chancenauswertung an diesem Tag beeindruckend.

Ein Lied begleitete die Anhänger von Borussia Mönchengladbach durch diese Saison. Ob in Aachen, Aue oder Augsburg - überall sangen die Borussen-Fans: „Zweite Liga tut schon weh, sch...egal, es wird schon geh´n.” Rund 5000 Gladbacher Fans waren Augenzeuge, wie sich die Borussia wohl von sämtlichen Schmerzen befreite.

Nach einer Anfangsphase, in der Offenbach die bessere Mannschaft war und mit zwei Kopfbällen von Aristide Bancé gute Chancen hatte, kam der Favorit besser ins Spiel und durch zwei Elfmetertore von Oliver Neuville zur 2:0-Führung. Fortan spielte die Borussia mit zwei Mann in Überzahl und hatte keine Mühe mit den Gastgebern - und das, obwohl Brouwers mit einem Eigentor für Offenbachs Anschlusstor sorgte.

Marko Marin, der starke Sharbel Touma, zweimal der eingewechselte Marcel Ndjeng und Soumaila Coulibaly per Kopf schraubten das Ergebnis auf 7:1 hoch - die drei letzten Tore im Spiel zehn gegen neun, da Roberto Colautti (Muskelfaserriss) raus musste und Borussia bereits dreimal gewechselt hatte. „Ich glaube, dass Roberto raus war, haben die Offenbacher gar nicht gemerkt”, sagte Tobias Levels.

„So offensiv spielt keine Mannschaft in der 2. Liga”, urteilte Jos Luhukay. „Und diese Offensive wird am Ende mit dem Aufstieg belohnt.” Ein solches Ergebnis hatte es zuletzt 1987 im Auswärtssieg bei Werder Bremen gegeben - in der Bundesliga, versteht sich.

Wie in fast der kompletten Saison spielte die Borussia mit zwei Stürmern und drei meist offensiven Mittelfeldspielern dahinter. „Das Ergebnis spricht für sich”, meinte Luhukay. Für Oliver Neuville war der Sieg „auch in der Höhe absolut verdient”. Der Nationalstürmer untermauerte seine Ambitionen, für den EM-Kader nominiert zu werden, mit zwei souverän verwandelten Elfmetertoren.

„Am Mittwoch wird das Stadion voll sein. Wenn wir an unsere Leistungen anknüpfen, bin ich absolut davon überzeugt, dass es gegen Wehen mit dem Aufstieg klappt”, so der 35-Jährige. Was nach einem möglichen Sieg gegen den SV Wehen in Mönchengladbach passieren wird, wollten weder Trainer noch Mannschaftskapitän recht preisgeben. „Wir werden gemeinsam ein Bier trinken”, sagte Luhukay. Und Neuville augenzwinkernd: „Schau´n wir mal. Wir haben vier Tage später gegen Freiburg schließlich wieder ein wichtiges Spiel.”