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Antalya: Die Rückkehr von Arie van Lent naht

Antalya : Die Rückkehr von Arie van Lent naht

Arie van Lent möchte nicht in Watte gepackt werden.

„Die Jungs können machen was sie wollen”, sagt er, „oft sieht man ja gar nicht, wer neben einem steht. Dann haust du mal hin und merkst erst später, dass es Arie van Lent ist. Dann sagst du dir: Ooh, das darf ich ja gar nicht. Nein, entweder das Knie hält dann so, oder eben nicht.”

Nur fünf Monate nach seinem Kreuzbandriss hat der Torjäger von Borussia Mönchengladbach im Trainingslager an der türkischen Riviera wieder Witterung aufgenommen.

„Zu 70 Prozent ist Arie zum Rückrunden-Auftakt dabei”, sagt „Borussen-Doc” Kurt Wiggering, und auch Sportdirektor Christian Hochstätter ist „überrascht wie weit Arie nach dem Trainingslager schon ist.” Bei Belastung wird das Knie zwar immer wieder dick.

„Normal”, beruhigt van Lent, „man hört ja mit einem Ohr ins Knie hinein. Ich denke, dass es optimal läuft.” Den Konditionsrückstand kann er nicht schönreden, „aber das ist etwas, das ich alleine ändern kann. Ich kann keine Prognose abgeben. Wenn der Doc sagt 70 Prozent, dann will ich es dabei belassen.”

Den WOW-Pokal in Antalya (1:0 im Finale gegen NEC Nimwegen, Torschütze Korzynietz/14.) holte die Borussia ohne ihren großen Hoffnungsträger. Van Lent war nicht scharf darauf, gegen Mannschaften wie Anzhi Moskau und Antalyaspor Kopf und Kragen zu riskieren.

„Arie hätte spielen können, aber das Risiko konnten wir keinesfalls eingehen”, stellt Trainer Hans Meyer klar.

Auch zugucken wollte van Lent nicht, fünf Monate Reha-Training haben den Hunger nach Gesellschaft auf dem Trainingsplatz geweckt. Er trainierte in Antalya während der Spiele lieber mit den Reservisten.

„Ich war doch öfter in der Reha als Zuhause. Jetzt freue ich mich absolut auf jedes Training.” Mit jedem Tag, an dem sein 63. Bundesligaspiel näher rückt, denkt van Lent ein bisschen weniger an sein Knie und ein bisschen mehr an die Aufgaben im Fußball-Geschäft. „Unterm Strich ist in Sachen Abstiegskampf noch nichts passiert, aber wir dürfen nicht einschlafen”, weiß er.

Sein Platzhalter Morten Skoubo hat bisher noch nicht getroffen. Van Lent spürt, dass er bei der Borussia gebraucht wird - und er möchte gebraucht werden. „Für Morten ist zu hoffen, dass er die Bindung zur Mannschaft findet und auch spielt. Ich persönlich habe da aber natürlich etwas gegen.”

In Korschenbroich-Drölzholz, nur ein paar Minuten vom Bökelberg entfernt, baut die Familie van Lent zur Zeit ein Häuschen. „Ich plane, mit meiner Familie hier zu bleiben”, legt sich der gebürtige Niederländer fest, „und ich möchte spielen so lange es geht, ich bin ja auch ein Spätstarter was Fußball angeht. Deshalb möchte ich das Karriereende so weit wie möglich nach hinten schieben.”

Arie van Lent ist jetzt 31 Jahre alt, er weiß, wie schnell der Spaß zu Ende sein kann. Und wenn der Rückschlag in den nächsten Tagen doch noch kommt? „Ich kenne mich jetzt mit Reha-Bedingungen für Knie sehr gut aus”, lacht van Lent „wenn ich jetzt anfange zu studieren, würde es mit dem Doktor vielleicht ein bisschen schneller gehen.”