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Leipzig: Die Regionalliga-Klubs drehen an Personalschraube

Leipzig : Die Regionalliga-Klubs drehen an Personalschraube

Ein Jahr vor dem Start der dritten Profi-Liga haben die Vereine in der Fußball-Regionalliga Nord massiv an der Personalschraube gedreht, um im Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze die besten Karten zu haben. Bis vier Tage vor der am Freitag beginnenden neuen Spielzeit meldeten die 19 Vereine 207 Neuzugänge und 207 Spielerabgaben.

Im Vergleich zum Vorjahr (175) nahmen die Klubs damit knapp 18 Prozent mehr an neuen Akteuren unter Vertrag, gleichzeitig bekamen während der Sommerpause gar 29 Prozent der Dribbelkünstler (160) den Laufpass.

In den Listen der Neuzugänge sucht man aber vergebens nach prominenten Namen, vielmehr setzen die Regionalligisten auf jugendlichen Enthusiasmus sowie Zweit- und Drittligaerfahrene. Bekanntester Regionalliga-Spieler ist Otto Addo, der vom Bundesliga-Absteiger FSV Mainz 05 zum Hamburger SV II wechselte.

Die meisten Transferaktivitäten verzeichneten wie auch in der Vergangenheit die Zweitliga-Absteiger. Spitzenreiter ist dabei Eintracht Braunschweig. Trotz des Abstiegs und der chaotischen letzten Saison ist die Begeisterung ungebrochen, 5000 Dauerkarten wurden bereits abgesetzt. Doch die Fans müssen sich an einen komplett neuen Kader gewöhnen. Gleich 26 Spieler verließen die Niedersachsen. Aus 16 Neuen und nur vier aus dem alten Kader versucht der neue Trainer Benno Möhlmann nun eine schlagfertige Truppe zu formen.

Möhlmann will sich aber die Option offen halten, noch ein oder zwei Spieler zu holen. „Wir werden abwarten, wie sich die Mannschaft weiterhin präsentiert. Es ist auch möglich, dass ich mit dem derzeitigen Kader die Hinrunde bestreite”, sagte er.

Nicht anders ergeht es Mitabsteiger Rot-Weiß Essen. Der Ruhrpott- Club musste 20 Abgänge verkraften, im Gegenzug kamen aber auch 20 Neue. Als Letzte wurden die beiden Stürmer André Schei Lindbaek und Rafael Kazior verpflichtet. „Unser Sportlicher Leiter Olaf Janßen hat in den letzten Wochen wirklich Schwerstarbeit geleistet und ich bin davon überzeugt, dass wir alle davon in dieser Saison profitieren werden”, erklärte Trainer Heiko Bonan.

Den Sprung in die dritte Profi-Liga will auch Dynamo Dresden schaffen. Nachdem der Traditionsclub in der vergangenen Saison an seiner Auswärtsschwäche gescheitert war, verließen zwölf Spieler, darunter Stürmer Marco Vorbeck, den Club. Angeführt vom bundesligaerfahrenen Slowaken Marek Penksa sollen zwölf Neuzugänge den Sachsen nun den Weg in den bezahlten Fußball ebnen. Penksa spielte bereits in der Saison 1993/94 in Dresden.

In Wuppertal kamen 20 neue Spieler bei zehn Abgängen, beim VfB Lübeck halten sich 15 Neuverpflichtungen und 14 Weggänge die Waage wie auch bei Fortuna Düsseldorf (12/12) sowie den Aufsteigern SC Verl (10/10), SV Babelsberg 03 (9/10) und FC Energie Cottbus II (13/11). Am wenigsten der fünf Aufsteiger schlug Rot-Weiß Oberhausen auf dem Transfermarkt zu. Coach Hans-Günter Bruns leistete sich nur vier Neuzugänge.

Unterdessen beendeten mit dem dreimaligen Nationalspieler Jörg Albertz, Jürgen Rische und Jörg Bode drei ehemalige Bundesliga- Spieler ihre Karriere. Auch Torjäger Daniel Teixeira machte Schluss.