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Kaiserslautern: Die Lust am Feiern bleibt: Kaiserslautern schlägt Köln 3:0

Kaiserslautern : Die Lust am Feiern bleibt: Kaiserslautern schlägt Köln 3:0

Wo der 1. FC Köln in diesen Tagen auftritt, wird gefeiert. Am Sonntag gleich zwei Mal. Zunächst spielte der Bundesliga-Aufsteiger den netten Gast und verlor 0:3 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern, dann ging es nach Schlusspfiff umgehend zurück an den Rhein, wo über 30.000 Zuschauer im RheinEnergieStadion der Mannschaft von Trainer Christoph Daum einen überwältigenden Empfang bereiteten.

Im Fritz-Walter-Stadion feierten Fans, Mannschaft und Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und bekennender FCK-Sympathisant, den Klassenerhalt des 1. FC Kaiserslauterns. Bier und Schampus flossen in den Betzenberg-Katakomben in Strömen. Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz, Trainer Milan Sasic und die Spieler sprangen in voller Montur ins Entmüdungsbecken.

Eine Woche zuvor waren die Kölner Akteure in diesen Rollen zu sehen. Vollends außer Rand und Band gerieten die Pfälzer, als Mannschaftskapitän Axel Bellinghausen einige Kollegen im Materialwagen durch den Presseraum schob.

„Das ist das Allerschönste, das man im Fußball erleben kann”, stammelte Sasic, der im Februar Nachfolger von Kjetil Rekdal geworden wurde. Ein Himmelfahrtskommando, das am Sonntag sein Happyend erlebte. „Die einzigen, die an uns geglaubt haben, waren wir”, strahlte Bellinghausen.

Die Kölner machten keinen besonders bedrückten Eindruck, obwohl sie den 12.000 mitgereisten Anhängern einen anderen sportlichen Saisonabschluss bieten wollten. „Wir haben das Spiel auch bis zum 0:1 kontrolliert und vorher einige Konterchancen ausgelassen”, kommentierte Daum das letzte Zweitligaspiel unter seiner Regie. „Köln hat das Spiel nicht verloren, sondern Kaiserslautern hat es gewonnen. Wir haben nichts abgeschenkt. Von diesem Spiel lassen wir uns die Lust am Feiern nicht verderben.”

Das Schicksal des FC entschied sich innerhalb von 90 Sekunden. Zunächst traf Patrick Helmes bei einem Konter nur den Pfosten (68.), dann schoss Josh Simpson das 1:0 (70.). Der Rest war Warten auf den Schlusspfiff. Es gab an diesem verregneten Sonntagnachmittag in der Pfalz Wichtigeres, als sich energisch gegen eine Niederlage zu wehren, die nur noch statistischen Wert hat. So musste Thomas Keßler, der Faryd Mondragon (Muskelprobleme) im Tor vertrat, noch zwei Mal hinter sich greifen, Marcel Ziemer hatte getroffen (75. und 81.).

„Wenn ich statt des Pfostens ins Tor treffe, dann steht es am Ende vielleicht 3:0 für uns”, meinte Patrick Helmes. „Wir haben vor einer Woche mit dem Aufstieg unsere Pflicht erfüllt, aber so darf man trotzdem nicht einbrechen.” Es war das letzte Spiel des Nationalstürmers, der zu Bayer Leverkusen wechselt. Nach Informationen unserer Zeitung erhielten Taner Yalcin (drei Jahre) und Michael Gardawaski (zwei Jahre) aus der eigenen A-Jugend Verträge für die Profiabteilung.

Nichts Neues gibt es übrigens in Sachen Christoph Daum. Nur Michael Meier sieht eine Tendenz. „Ich glaube und hoffe, dass er bleibt”, sagt der Manager. Samstag hatte Daum beim Abschlusstraining gefehlt. Er war stattdessen in der Bundesliga-Sendung des TV-Senders Premiere zu sehen.