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Mönchengladbach: Die Idee ist unverändert, die Liga neu

Mönchengladbach : Die Idee ist unverändert, die Liga neu

Die rund 1000 Zuschauer sahen vier Neue bei Borussia Mönchengladbach. Gal Albermann, Jean-Sebastian Jaures, Karim Matmour und Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Trainer Jos Luhukay sah bereits mehr beim lockeren Auftakt zum großen Abenteuer 1. Liga: „Alle Neuen haben das bestätigt, wofür wir sie geholt haben.”

Sein Plan: „Jeder fügt was hinzu, um unsere Stärken aus- oder unsere Defizite abzubauen.”

Das Ziel ist anders als bei einem Mit-Aufsteiger bescheiden - „Klassenerhalt” -, ähnlich wie die personelle Umsetzung. Statt großen, Schlagzeilen trächtigen Namen hinterherzuhecheln arbeiten Sportdirektor Christian Ziege und Luhukay lieber jenseits der Öffentlichkeit und präsentieren weitgehend unbekannte Profis, die aber für innere (Charakter) und äußere (sportliche) Qualitäten stehen sollen.

Und so schwärmt der Niederländer von der Abgeklärtheit des französischen Linksverteidigers Jaurs und den Eroberungsqualitäten des israelischen Mittelfeldspielers Alberman. Schon früh kursierende Parolen, Jaures etwa sei zu langsam, ärgern Luhukay. „Man sollte die Spieler vorurteilsfrei beobachten. Ich erinnere nur an den Stempel weißer Kah, den man Rob Friend gleich nach dem ersten Spiel verpasst hat. Und was ist dann passiert ..?”

Der lange Kanadier, der erst in einer Woche zum Kader stößt, übertraf alle Erwartungen und entwickelte sich zu Borussia Torjäger Nr. 1 mit 18 Treffern.

Luhukays Lieblingsbaustelle, die Offensive, wurde zugleich zum Prunkstück der neu formierten Mannschaft und zum Aufstiegsgaranten. 60 Tore hatte der Niederländer hoch gerechnet. Nicht hoch genug: Mit 71 Treffern stellte Borussia das torgefährlichste Team. Das Duo Friend/Neuville war dabei gleich 33 Mal erfolgreich. Luhukay hatte ihm, vorsichtig rechnend, nur die Hälfte zugeordnet. „Je mehr Tore, je mehr Punkte”, beschreibt der Trainer, auch aus schlechter Erfahrung, die Prämisse. Effizienz lautet das Zauberwort. In der Abstiegssaison war Borussia Mönchengladbach die torärmste Mannschaft, viele Spiele gingen 0:1 verloren.

60 oder gar 70 Tore sind eine Illusion für Liga 1. Und wohl auch, dass Friend noch mal 18 und Neuville 15 Treffer gelingen. Nach menschlichem Ermessen muss man sich mit der Hälfte begnügen. Zumal man nicht weiß, ob Neuville in ein Euro-Loch fällt oder Friend erneut so auftrumpft. Dazu käme noch Sascha Rösler mit vielleicht vier bis fünf Toren: Die Gleichung weist trotz Aufwertung durch „Einzeltäter” wie Matmour, Touma, Colautti, Marin oder Ndjeng schnell eine Unbekannte auf, um auf rund 40 Treffer zu kommen, die erfahrungsgemäß den Klassenerhalt garantieren sollten.

Die Größe X muss im zweistelligen Bereich liegen. Mister X also sollte sehr torgefährlich sein. „Wir sind gut aufgestellt”, gibt sich Luhukay defensiv. „Aber wir werden die Augen weiter aufhalten.” Ein, zwei Neue seien durchaus noch denkbar. Um auch weiter die bisherige Philosophie umzusetzen. „Die Idee ist geblieben, die Liga ist eine andere.” Seine Magna Charta mit Oranje-Färbung: „gute Struktur, offensiv, initiativ.”