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Mönchengladbach: Die andere Nähe des Max Eberl

Mönchengladbach : Die andere Nähe des Max Eberl

Eine Begegnung auf Augenhöhe wird es nicht geben: Nicht nur, weil Max Eberl von seinem Kollegen um mindestens einen Kopf überragt wird. Uli Hoeneß gilt als der Top-Manager der Fußball-Bundesliga, und das bei einem Verein, der sich in den letzten Tagen dieses Vorwort auch langsam wieder verdient. Der FC Bayern also gibt sich die Ehre im Borussia-Park. Und Borussia Mönchengladbachs neuer Sportdirektor wird auf den Mann treffen, der ihm einst einen A-Jugendvertrag bei den Bayern vorlegte.

„Verhandeln war da nicht drin”, schmunzelt der Ur-Münchner Max Eberl. „Respekt und Hochachtung” bringt Borussias ehemaliger Wadenbeißer dem Ex-Stürmer entgegen. „Aber das war in meiner Anfangszeit als Jugend-Direktor auch nicht anders. Als ich das erste Mal auf Leute traf wie Helmut Schulte, die schon 20 Jahre dabei waren. Aber nach einiger Zeit habe ich festgestellt - auch die kochen nur mit Wasser.”

Schön, wenn man das auch so einfach aufs Fußballerische übertragen könnte. Doch 35-Jährige ist Realist genug. „Ein Sieg für uns wäre eine kleine Sensation, ein Unentschieden eine Überraschung, ...”

Über Niederlagen spricht man nicht. Vor allem nicht als Sportdirektor eines Vereins, der bereits vier Heimspiele versemmelt hat. Max Eberl ist anders als sein Vorgänger. Nicht so extrem nah dran an der Mannschaft wie Christian Ziege. „Das war seine Stärke”, sagt der Neu-Manager über den heutigen Co-Trainer. Womöglich auch eine Schwäche.

Er selbst hat Distanz aufgebaut zu den Spielern, auch wenn er mit ihnen spricht, sich ihre Probleme anhört und Ratschläge gibt. „Ich bin nicht der Freund der Spieler.” Vier Jahre als Verantwortlicher der Jugend- und Amateurabteilung haben dafür gesorgt. „Ich habe nie etwas anderes gewollt. Meine Intention war es nie, Trainer zu werden.”

Doch der Pander-Typ mit Schlips und Kragen am Schreibtisch ist er auch nicht. „Ich muss raus, auf die Felder, Fußball findet draußen statt.” Der Skilehrer glaubt eine gute Mischung zwischen Büro- und Feldarbeit gefunden zu haben. „Eine andere Nähe”, nennt er seine Weg. Und die die Distanz zur eigenen Karriere ist dabei noch nicht so weit, als dass er keine Ratschläge geben könnte, wie denn die - wieder einmal - schier übermächtigen Bayern zu packen sind.

Max Eberl war einer der Meyer-Schützlinge, die im ersten Spiel nach dem Aufstieg den Favoriten durch ein fulminantes Arie-van-Lent-Tor besiegten. „Wir waren fußballerisch ordentlich, hatten aber überragende Charaktere drin”, urteilt der ehemalige Rechtsverteidiger.

Natürlich seien auch die aktuellen Meyer-Spieler gute Charaktere, in Bielefeld habe man sehen können, dass sie wollen, fußballerisch seien sie womöglich sogar ein bisschen besser. „Aber wir haben uns 21 Monate auf das Spiel vorbereitet. Hans Meyer arbeitet gerade mal vier Wochen mit dem Kader.”

Die Bayern schon in deren Hälfte massiv zu stören, das Spiel weit weg vom eigenen Strafraum zu halten - sei weit ist die Borussen-Elf 2008 noch nicht. Die defensive Struktur, Meyers so genannte Vorwärtsverteidigung ist noch so fern wie eine Deutsche Meisterschaft. Also mission impossible?

„Nein, etwas defensiver stehen, und dann können wir mit Eifer, Einsatz, Aggressivität und gegenseitiger Hilfe viel wettmachen”, sagt Eberl. Und verlangt und setzt auf Vorarbeit: „Du musst dich schon vorher damit beschäftigen und darüber reden: Wenn ich, Levels, auf Ribery gehe, musst Du, Brouwers, mir helfen. Alleine kann ich nicht gegen ihn verteidigen. Das habe ich damals gegen ZéRoberto mit Steffen Korell auch so gemacht.” Ein Team - für eine kleine Sensation.