1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Dick Advocaat macht sich keine Sorgen

Mönchengladbach : Dick Advocaat macht sich keine Sorgen

Ob Dick Advocaat sich Sorgen macht? „Nein, gar nicht!”, schüttelte der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach den 1:2 in Hannover mit dem Kopf.

Warum denn auch? Der Vorstand habe ihm gesagt, dass es das Wichtigste sei in der Bundesliga zu bleiben.

Den Vorteil, dass die im Vorgriff auf den Sommer geholten Spieler sich schon mal an die Bundesliga gewöhnen können, wolle man nutzen - und „versuchen, gut zu spielen”, dass solle seine Mannschaft auch.

Na, wenn die Bosse im Borussia-Park da mal nicht die Rechnung ohne ihre Fans gemacht haben.

„Wir haben die Schnauze voll”, brüllten 5000 enttäuschte Teilnehmer der erneuten Tort(o)ur und pfiffen ihre eigenen Spieler beim traditionellen Abklatschen nach dem Schlusspfiff gnadenlos aus.

Der Versuch, gut zu spielen, die Neuen zu integrieren, war wieder einmal schief gegangen. Es war die 15. Niederlage auf fremden Platz in Folge.

Sollte die Borussia angesichts der Tabellenlage und der vom Vorstand ausgegebenen Zielsetzung ein hausgemachtes Motivationsproblem haben?

Drei Wochen fehlen der Borussia jedenfalls nun nur noch, dann dürfen sie auf das einjährige Jubiläum als „Auswärtsdeppen der Fußball-Nation” anstoßen - und bar aller Abstiegssorgen sind sie angesichts des Restprogramms übrigens noch lange nicht.

Verständnis des Trainers

„Ich habe Verständnis für den Ärger unserer Fans. Sie haben in den letzten vier Jahren nur sieben Auswärtssiege gesehen. Das ist ein bisschen wenig”, kommt Advocaat dann doch ein wenig ins Grübeln.

„Aber erwartest du von mir, ich in drei Monaten schaffe, was sechs Jahre vorher nicht funktioniert hat?”, fauchte er gleichzeitig den Interviewer der Sportschau an?

Nein, Advocaat wollte sich die positiven Eindrücke aus Hannover nicht miesmachen lassen. Er sprach von „einem unserer besten Spiele” und meinte damit die starke erste Halbzeit. „Da haben wir sie an die Wand gespielt, nur das zweite Tor hat gefehlt”, meint auch Oliver Neuville.

Dann aber spielten die zuvor grottenschlechten Hannoveraner plötzlich nach vorne. Auf der anderen Seite stellte die Borussia den Betrieb völlig überrumpelt ein. Zur Freude von 96-Trainer Ewald Lienen, der sich mit der Einwechslung des Glücks, in Person von Kaufmann und Stajner vermutlich seinen Job rettete.

„Die haben in der zweiten Halbzeit gemacht, was wir in der ersten getan haben”, ärgert sich Neuville. Torschütze Vaclav Sverkos und er konnten sich immerhin noch über Unterstützung aus der Kurve freuen.

Die Fans nehmen dem Nationalmannschafts-Comebacker nicht krumm, dass er nun schon 1203 Minuten ohne Treffer ist. Neuville ackert, Neuville gibt nicht auf.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Hätte Neuville eine seiner zwei dicken Chancen in Hannover zum 2:0 genutzt, wäre der Drops vermutlich gelutscht gewesen.

„Wir hatten hier die Riesen-Möglichkeit, endlich wieder einmal auswärts zu gewinnen”, gab er sich anschließend ebenso enttäuscht wie seine Unterstützer. „Aber ich denke immer positiv: Ich gehe davon aus, dass wir gegen Bochum gewinnen und wieder alles in Ordnung kommt.”