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Mönchengladbach: Der dritte Mann: Wissings Sprung in Borussias Startelf

Mönchengladbach : Der dritte Mann: Wissings Sprung in Borussias Startelf

Man kann den Mönchengladbachern viel vorwerfen diese Saison. Aber nicht, dass sie das werte Publikum langweilen. Die Dauer-Vorstellung: Borussen, Tore, Sensationen führt allerdings in ein absolutes Punkte-Minus und lässt einen Trainer wie Michael Frontzeck nach dem letzten Aufreger (2:3) gegen Hoffenheim stoßseufzen: „Wir müssen auch mal ein Scheißspiel gewinnen.” Der Wunsch könnte ein Traum bleiben. Und das hängt mit dem Gegner Werder Bremen zusammen. Nicht, dass Frontzeck-Elf die Norddeutschen nicht schlagen könnte.

Aber ein Scheißspiel definiert sich zumeist in einem ätzend langweiligen oder überglücklichen 1:0. Das scheint am Samstag, den 23. Oktober 2010, schlechterdings ausgeschlossen.

Und zwar beiderseits. Werder schleppt schon länger seine Zwiespältigkeit mit sich herum: vorne hui und hinten pfui. Die wird aktuell noch bestärkt durch die Verletzung von Tim Wiese. Der Bremer Keeper verdrehte sich beim 1:1 in der Europa League in Enschede das Knie und muss mit einer Innenbanddehnung zwei Wochen aussetzen. Vorne aber kann Trainer Thomas Schaaf wieder aus dem Vollen schöpfen.

Wunsch-Sturm

Auch Kollege Frontzeck aber wird wohl am Samstag zum ersten Mal seinen Wunsch-Sturm auflaufen lassen: Um Stoßstürmer Raul Bobadilla herum darf sich Igor de Camargo zum ersten Mal von Anfang an tummeln. Marko Reus weicht dafür auf den rechten Flügel aus, da Patrick Herrmann zwar im Kader, aber noch nicht fit für 90 Minuten ist. Mo Idrissou übernimmt auf links die Rolle des gesperrten Juan Arango. Nicht unbedingt ein laues Lüftchen, was da der auch nicht stabilen Abwehr der Bremer um die Ohren wehen dürfte. Hinten aber, in Borussias Problemzone, muss numerisch und nicht abwertend beurteilt, die dritte Garnitur bereits ran.

Jens Wissing springt nach der Rot-Sperre für Aushilfs-Linksverteidiger Sebastian Schachten ein. Borussias dritter Mann, wenn man den verletzten Jean-Sebastian Jaurès einmal außen vor lässt. Der Sprung von der 4. Liga (Preußen Münster) ins Fußball-Oberhaus ist gewaltig. Und lässt die Chancen auf Borussias erstes Zu-Null-Spiel der Saison auf dem Papier zumindest weiter sinken. Realistischer scheint deshalb eher ein gebremstes Spektakel. Gemäß der Frontzeckschen Forderung: „Wir müssen was anbieten, aber ohne die Spielkontrolle zu verlieren.”