1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Der 1. FC Köln könnte Abstand auf Relegationsplatz weiter verkürzen

Köln : Der 1. FC Köln könnte Abstand auf Relegationsplatz weiter verkürzen

„Simon Terodde wird ein Volltreffer werden.“ Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck ließ keinen Zweifel an seiner Bewertung des Winterzugangs im Sturmzentrum des FC. Und das nicht, weil der 29-Jährige gerade gegen Borussia Mönchengladbach in der letzten Sekunde der fünfminütigen Nachspielzeit den 2:1-Derbysieg in der Fußball-Bundesliga geköpft hatte.

Denn trotz des unbändigen Jubels, der im Rhein-Energie-Stadion aufbrandete, hatte Ruthenbeck schnell wieder die Trainerbrille aufgesetzt: „Simon hat sich aufgerieben, hat hervorragend gegen den Ball gearbeitet, hat Vestergaard ununterbrochen beschäftigt“, lautete seine Analyse für den lange vermissten Fels in der zentralen Brandung des Kölner Spiels.

Und natürlich hatte der 45-Jährige auch den anstehenden Spieltag im Blick: Trotz des Prestigeerfolgs kann man die bisherige Bilanz von neun Punkten aus 18 Begegnungen — ein Punkteschnitt von 0,5 Zählern pro Spiel — eigentlich nur als erbärmlich bezeichnen. Wenn es denn nicht klare Anzeichen dafür gebe, dass der totgeglaubte Patient 1. FC Köln doch noch auf dem Wege der Besserung ist — die Konkurrenz im Tabellenkeller hängt ja ebenfalls am Beatmungsgerät.

Eine Schlüsselbegegnung für das Projekt Klassenerhalt dürfte nach zwei Kölner Ligasiegen in Folge der Auftritt beim Vorletzten Hamburger SV am kommenden Samstag werden. Schafft das Ruthenbeck-Team tatsächlich den „Dreier“, wäre das so etwas wie ein „Neun-Punkte-Spiel“, denn Werder Bremen als 16. dürfte aller Voraussicht nach mit leeren Händen aus München zurückkehren. Wenn dieser Fall tatsächlich eintreten sollte, läge das rettende Ufer für den FC nicht mehr in unerreichbarer Ferne. Der Rückstand auf den HSV würde auf drei Punkte schrumpfen, der auf Bremen auf dem Relegationsplatz auf vier. Plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf statt nur noch dabei.

Hoffnung geben dürfte auch die Art und Weise, wie sich der FC gegen ein Spitzenteam wie Mönchengladbach präsentiert hat: „Wenn man so Fußball spielt, Leidenschaft mitbringt, die Zweikämpfe annimmt und Chancen kreiert, ist es ziemlich bitter, dass man ganz unten steht“, befand Ruthenbeck. Doch zumindest ist der Glaube wieder zurückgekehrt, dass sich der erneute Gang in die 2. Liga noch verhindern lässt, auch wenn der FC in jeder der noch ausstehenden 16 Begegnungen dafür hopp oder top spielen muss.