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La Manga: Daums Wunsch erfüllt: Fabio Luciano beim FC

La Manga : Daums Wunsch erfüllt: Fabio Luciano beim FC

Als Christoph Daum am Mittag in La Manga zur Pressekonferenz erschien, hatte sich der Chefausbilder des 1. FC Köln Verstärkung mitgebracht. Morgens im spanischen Trainingslager des Zweitligisten angekommen, präsentierte sich Fabio Luciano als vierter Neuzugang der Geißböcke in der Winterpause.

Der 31-jährige brasilianische Innenverteidiger ist bis zum Saisonende von Rentistas Montevideo (Uruguay) ausgeliehen und ging am Nachmittag mit in eigener Regie und aus eigenem Antrieb laufen und danach schwimmen.

Nach seiner Vertragsauflösung vor Saisonbeginn bei Fenerbahce Istanbul, wo der Brasilianer unter Daum zwei Mal türkischer Meister wurde, hielt sich Luciano in seiner Heimat bei Paulista Sao Paulo fit und bestritt für den Klub auch einige Testspiele.

„Er ist in guter körperlicher Verfassung”, urteilt der Kölner Coach über seinen Wunschspieler. „Luciano ist charakterlich einwandfrei, ein Führungsspieler, und war für mich in Istanbul ein wichtiger Ansprechpartner in der Mannschaft. Ich freue mich, dass der FC einen solchen Mann verpflichten konnte. Er kann der Mannschaft auch außerhalb des Platzes helfen.”

Ob damit die Kölner Transferaktivitäten in der Pause auch abgeschlossen sind, ließ Daum offen: „Ich habe nach der Hinrunde mein Resümee gezogen und der Klubführung personelle Veränderungen vorgeschlagen. Manche sind erfüllt worden, manche nicht. Manche vielleicht noch nicht, denn wir haben ja bis zum 31. Januar Zeit und werden im Sinne des FC über weitere Verstärkungen nachdenken.”

Sinkiewiczein„Sechser”

Auf die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers hat der Fußballlehrer verzichtet, weil geeignete Kandidaten nicht auf dem Markt waren. Auf der Position des so genannten „Sechsers” wird künftig Lukas Sinkiewicz den Ton angeben. „Lukas kann diese Rolle spielen”, ist Daum überzeugt. Zufrieden zeigte sich der Coach auch mit dem Trainingslager.

„Wir haben intensiv gearbeitet und liegen voll im Soll. Die Spieler sind mit Leidenschaft und Begeisterung dabei. Dafür muss ich ihnen ein Kompliment machen. Das ist nicht selbstverständlich.” Viel Wert wurde auf die Schulung des Abwehrverhaltens gelegt. Spritzigkeit und Schnelligkeit stehen nächste Woche in Köln noch auf dem Programm.

Daum selbst sieht sich während der Tage in La Manga „vollbeschäftigt. Wenn ich den Fuß über die Schwelle zu meinem Zimmer setze, kann ich die berufsbedingten Probleme nicht vor der Tür lassen”, gibt der 53-Jährige zu.

Während er sich in Köln die geistige Frische mit Yoga, Sauna, Schwimmbad und einer gelegentlichen Runde Golf („aber nur, um abzuschalten”) holt, muss sich Daum in Spanien mit einer Stunde Fitnesstraining morgens um 8 Uhr gemeinsam mit der Mannschaft begnügen, um sich die Kraft für den Arbeitstag beim „kölschen Himmelfahrtskommando” zu holen.

Die „Grundlagen für eine außergewöhnliche Rückserie, um das unmöglich scheinende zu schaffen”, sieht Daum im Hinblick auf das für ihn nach wie vor „realistische Ziel Aufstieg” vorhanden. Jetzt müssen nur noch Siege, Siege, Siege her, wobei Daum dabei von Partie zu Partie denken will, und jede Begegnung „als Endspiel” ansieht. Wohlwissend, dass „uns keiner auch nur ein Pünktchen schenken wird.”

Überlegen muss sich der Trainer in den nächsten Tagen auch noch, welche Spieler künftig nicht mehr an dem von ihm geleiteten Training teilnehmen sollen. 24 Fußballer hält er für die geeignete Anzahl, mit Luciano sind jetzt aber 31 Kicker in La Manga.

Aus diesem Grund will sich der Coach schon bald mit einigen Spielern zusammensetzen und „ihnen in offenen, ehrlichen Gesprächen die Perspektiven beim FC aufzeigen”. Um dann mit dem einen oder anderen Akteur zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.