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Köln: Daum will kein Lob, sondern Punkte

Köln : Daum will kein Lob, sondern Punkte

Während Hertha-Trainer Lucien Favre seinen Spieler Marko Pantelic am Freitagabend unmittelbar nach dem Schlusspfiff zum Zeichen der Versöhnung herzlich umarmte, trotteten die Fußballer des 1. FC Köln enttäuscht, aber auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch in die Katakomben des Berliner Olympiastadions.

Der späte Treffer des eingewechselten Pantelic zum 2:1 für die Hausherren (86.) hatte die Elf von Christoph Daum um den einen Zähler gebracht, den sich die Kölner eigentlich redlich verdient hatten.

Dementsprechend angefressen präsentierte sich Daum nach seinem 400. Auftritt als Bundesligatrainer gegenüber den Medien und wollte auch von den anerkennenden Worten seines Gegenübers Favre („Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt”) nichts wissen.

„Das Lob bringt uns nichts, wir brauchen Punkte”, ärgerte sich der Kölner nach der dritten Niederlage in Folge und ging mit seinen Spielern hart ins Gericht, denen er in der Schlussphase der Begegnung „mangelnde Konzentration” und „fehlende Organisation” vorwarf. „Wenn wir weiter solche Fehler machen, werden wir noch oft mit leeren Händen dastehen.”

Vor dem Training am Samstagvormittag wieder daheim am Geibockheim folgte zunächst einmal eine energische Ansprache des 55-jährigen Fußballlehrers an seine Profis. Zwar beträgt der Abstand zum kritischen 16. Tabellenplatz, der zur Relegation mit dem Dritten der Zweiten Liga zwingt, immer noch acht Punkte. Doch es könnten schwere Zeiten anbrechen, wenn sich der Abwärtstrend nach dem viel versprechend Saisonstart fortsetzt und in den letzten beiden Hinrunden-Partien gegen den HSV und in Bochum nicht gepunktet werden sollte.

Die Treffer von Milivoje Novakovic allein reichen jedenfalls nicht zwingend für ein Erfolgserlebnis. Vielleicht kann Manasseh Ishiaku für Besserung sorgen. Der 25-jährige Angreifer gab nach monatelanger Verletzungspause am Freitag in Berlin sein Debüt im FC-Trikot, als der Nigerianer in der 74. Minute eingewechselt wurde. Bereits gegen den HSV wird Ishiaku möglicherweise in der Anfangsformation stehen.

Adil Chihi, dem diese Aufgabe beim Gastspiel in der Hauptstadt zugeteilt war, konnte diese Rolle nämlich nur ansatzweise erfüllen. Auch Thomas Broich ließ bei seinem zweiten Saisoneinsatz von Beginn an noch viele Wünsche offen, während Fabrice Ehret nach seiner Rückkehr in die Startelf einige gute Akzente setzen konnte und die Flanke zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Novakovic schlug.