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Köln: Daum: Volle Konzentration auf 1. FC Köln

Köln : Daum: Volle Konzentration auf 1. FC Köln

Christoph Daum, Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln, traut seiner Mannschaft nach dem Scheitern 2007 in dieser Saison die Rückkehr in die Erstklassigkeit zu. „Ich bin überzeugt, dass wir das Potenzial haben”, sagte der 54-Jährige. Zu seiner Zukunft nach einem Aufstieg wollte sich Daum nicht äußern, sagte aber, es gebe „keine Personaldiskussion” und „keine offenen Fragen. Ich habe einen bestehenden Vertrag.”

Der Start ist ein wenig holprig verlaufen. Lag das möglicherweise am Karneval?

Daum: „Der Start ist für alle Mannschaften immer schwierig. Wir haben uns selbst zusätzliche Probleme bereitet. Und St. Pauli war gegen uns, vor allem in der ersten Spielhälfte, schon in einer sehr guten Form. Andere Mannschaften, ob in der ersten oder zweiten Bundesliga, sind mit noch enttäuschenderen Ergebnissen gestartet. Wir müssen in einer solchen Situation selbstkritisch sein, aber müssen uns auch mal vielleicht mit einem Punkt zufrieden geben.”

Wie sehen Sie der Partie in Aachen entgegen?

Daum: „Es gibt nur noch schwierige Aufgaben. Wir haben jetzt eine Situation, wo jede Mannschaft Überlebenskräfte freisetzt. Druck ist immer da. Aber je weniger Spiele, desto bewusster wird dir die Endlichkeit der Saison. Es sind nur noch etwa 100 Tage. Es wird immer schwieriger. Deswegen steigt auch der Druck.”

Bei der Entwicklung Ihrer Mannschaft vermisst man von außen das spielerische Element. Würden Sie dem zustimmen?

Daum: „Das Wichtigste ist und bleibt das Ergebnis. Erst an zweiter Stelle kommen die Attraktivitätsansprüche. Gerade bei einer Mannschaft wie der des 1. FC Köln, die ja seit Jahren immer wieder neu zusammengestellt wurde. Da kann man in kurzer Zeit nicht die Homogenität erwarten, die über 90 Minuten eine attraktive Spielweise aufkommen lässt. Wir sind eigentlich schon damit zufrieden, wie wir einige Spiele dominiert haben. Letztendlich bleibt aber alles Ergebnis-Sport. Auch unsere Zuschauer sind in erster Linie am Ergebnis interessiert.”

Sehen Sie es auch so, dass etwa sechs Mannschaften für den Aufstieg infrage kommen? Und ist Mönchengladbach für Sie schon eine feste Größe als Aufsteiger?

Daum: „Ich glaube nicht, dass wir die Zahl der Aufstiegsaspiranten auf sechs beschränken können. Es kann noch einer nachrücken, es kann noch einer abfallen oder auch zwei. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen, wer da im Detailbereich zielstrebiger agiert, wird am Ende ganz vorne mit dabei sein.”

Inklusive des 1. FC Köln?

Daum: „Ich bin überzeugt, dass wir das Potenzial haben. Es muss uns nur gelingen, das über 90 Minuten abzurufen.”

Was passiert im Fall des Aufstiegs mit dem Trainer Christoph Daum?

Daum: „Sie wissen doch selbst, dass man im Fußball gar nicht so lange planen kann. Ich habe einen Vertrag hier abgeschlossen, mit dem wir bis heute gut gearbeitet haben. Bei uns gibt es keine Personaldiskussion, bei uns gibt es keine offenen Fragen. Ich habe einen bestehenden Vertrag, und zu dem brauche ich mich nicht weiter zu äußern.”

Aufstieg oder nicht - was würde das für Sie ändern?

Daum: „Das unbedingte Ziel ist es, in den kommenden Spielen erfolgreich zu sein. Und nicht, den Blick immer weiter in die Ferne zu lenken. Das Naheliegende - da gilt es, entsprechend zu punkten und sich in der Spitze festzusetzen. Wir dürfen nicht weiter an Boden verlieren.”

Ist das Abenteuer 2. Liga immer noch spannend für Sie? Haben Sie etwas unterschätzt?

Daum: „Diese Situation habe ich nur für den 1. FC Köln gemacht. Und wenn Sie sagen, dass ich die zweite Liga nicht so gut kannte, dann kann ich sie auch nicht unterschätzen. Ich kann mich nur möglichst schnell in der zweiten Liga einarbeiten. Und das habe ich gemacht.”

Bereuen Sie, dass Sie dieses Abenteuer eingegangen sind?

Daum: „Ich habe diese Entscheidung in vollem Bewusstsein getroffen. Ich habe eine sehr hohe Affinität zum 1. FC Köln, der ein sehr wichtiger Teil meines Lebens ist. Diesem Verein wollte ich in einer sehr schwierigen Situation helfen. Daran hat sich nichts geändert.”

Wäre es für Sie noch einmal eine Herausforderung, einmal Nationaltrainer in der Türkei oder in einem anderem Land zu sein?

Daum: „Ich weiß nicht, was in ein paar Jahren sein wird. Der Fußball hält immer viel Überraschendes parat. Ich konzentriere mich im Augenblick voll und ganz auf den 1. FC Köln. Damit habe ich eigentlich genügend zu tun. Und da fühle ich mich auch sehr wohl.

Berufliche Wunschträume habe ich schon, aber ich werde sie nicht äußern. Das kommt immer so rüber, als wäre es gerade aktuell, als würden meine Gedanken woanders hingehen. Nein, ich konzentriere mich ganz auf den 1. FC Köln. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Aber im Moment freue ich mich auf die Zukunft des 1. FC Köln.”

Wo kann der Verein 2010 stehen?

Daum: „Ich würde nicht so weit in die Zukunft schauen. Das war immer einer der größten Fehler. Visionen, Träume, Vorstellungen - das ist fast immer ins Uferlose geschossen. Der Schuss Realitätssinn, den ich einzubringen versuche, tut dem ganzen Verein sehr gut. Ich würde mich schon sehr darüber freuen, wenn der 1. FC Köln wieder ständiges Mitglied der ersten Bundesliga ist.”